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Mittelschulen: XI. Naturgeschichte.
jedoch erst durch den Organisations-Entwurf vom 16’. September 1849 ge
schaffen. Nach demselben trat die Naturgeschichte in die vollen Rechte eines
obligaten Lehrgegenstandes ein und wurde der Gliederung der österreichischen
Mittelschulen gemäss auf einer niederen und höheren Stufe gelehrt.
Als Ziel des naturgeschichtlichen Unterrichtes gilt für die Unterclassen:
Eine auf Anschauung gegründete, im Unterscheiden und charakteristischen
Bestimmen geübte Bekanntschaft mit dem Wichtigsten aus den drei Natur
reichen (§. 45 Organisations-Entwurf für Gymnasien). Das gleiche Ziel verfolgt
die dreiclassige Unter-Bealschule (§. 15 Organisations-Entwurf für Realschulen)
nur mit besonderer Betonung der in gewerblicher Beziehung wichtigsten Natur- j
product e.
Stundenausmass und Vertheilung des Lehrstoffes in den unteren
Classen der österreichischen Mittelschulen nach den Bestimmungen des Organi
sations-Entwurfes zeigt folgende Uebersicht:
Unter - Gymnasium:
I. Classe, 2 Stunden. Zoologie. 1. Semester: Säugethiere. 2. Semester: Vögel,
Amphibien, Fische.
II. Classe, 2 Stunden. 1. Semester: Wirbellose Thiere. 2. Semester: Botanik.
III. Classe. 3 Stunden. 1. Semester: Mineralogie.
Unter-Realschule:
I. Classe, 3 Stunden. 1. Semester: Zoologie. 2. Semester: Botanik.
II. Classe, 3 Stunden. 1. Semester: Mineralogie.
In den oberen Classen weicht der Organisations-Entwurf für Gymnasien
bedeutend von jenem für Realschulen ab.
Im Ober-Gymnasium wurde als Ziel des naturgeschichtlichen Unter
richtes eine systematische Uebersicht der drei Naturreiche angenommen und j
der ganze systematische Unterricht der Mineralogie, Botanik und Zoologie in
die I. (resp. Y.) Classe des Ober-Gymnasiums mit nur 2 wöchentlichen Stun
den vereinigt. Das Hauptgewicht des naturgeschichtlichen Lehrstoffes aber
wurde in die oberste Classe des Gymnasiums gelegt, in welcher auf Grund
des vorangegangenen naturwissenschaftlichen Unterrichtes ein Abschluss durch ,
ein Zusammenfassen der Natur-Erscheinungen im Grossen und deren Erklärung
erzielt werden sollte. Wenn dabei in einer Classe bei wöchentlich 3 Stunden
im I. Semester physische Geographie, Geognosie und Petrefacten - Kunde, die
Lehre von den Gebirgs - Formationen, im II. Semester Physiologie und geo-
graphische Verbreitung der Pflanzen und Thiere und vergleichende Physiologie
des Menschen gelehrt werden sollte, so bemerkt schon die Instruction hiezu i
ganz richtig, dass nicht etwa diese Wissenschaften selbst in ihrer Vollständigkeit
oder gar mit allem Hypothetischen den Schülern vorzutragen seien, sondern
dass es sich hier nur um eine populäre Darstellung des Wissenswerthesten
daraus handle.
In der Ober-Realschule wurde als Ziel des naturgeschichtlichen Unter
richtes ein wissenschaftlicher Ueberblick der drei Naturreiche und Uebung i 111