400 Mittelschulen: XI. Naturgeschichte.
Schabus, Zippe, Tschermak, Schrauff, Rothe und Haidinger, die Naturgeschichten
von Kukula und Eichelberg, Sallmayer und Comp. Müller’s naturhistorische
Wandtafeln, R. Lechner Kenugot’s Krystall-Modellennetze, E. Holzel in Wien
und Olmütz naturgeschichtliche Bildertafeln, Heller’s naturgeschichtlichen Schul-
und zootomischen Atlas, Marquardts Schwämme, E. Tempsky in Prag Patek’s
Giftpfanzen, Zippe’s und Pokorny’s Naturgeschichte und Fritsch’s ornithologische
Werke aus. Von letzteren lagen das bekannte Prachtwerk: die Yögel Europa’s
(Prag 1871) mit 61 fein colorirten Tafeln und die Naturgeschichte der Yögel,
Prag 1870 (Text) auf.
Was nun die anderweitigen naturgeschichtlichen Lehrmittel der Voraus
stellung anlangt, so lassen sich diese am besten nach den Einsendern gruppiren.
Es betheiligten sich nämlich Gymnasien, Realschulen und Einzelpersonen an
der Beschickung derselben; hieran schliessen sich noch einzelne Lehrmittel,
welche von Vereinen oder Vertretern der Hochschulen eingeschickt wurden, sich
jedoch in hohem Grade auch instructiy für den Unterricht an Mittelschulen zeigen.
Unter den Gymnasien waren nur 3 Wiener Anstalten vertreten. Dar
unter lieferte das k. k. Gymnasium zu den Schotten auf 7 photographischen
Blättern eine Uebersicht seiner Skelettsammlung. Die einzelnen Skelette waren
sämmtlick in gleichem verjüngten Massstabe dargestellt und gestatteten dadurch
eine sehr anschauliche Darstellung ihrer relativen Grösse.
Das Leopoldstädter Communal-Real- und Ober-Gymnasium stellte Museal
schränke und einzelne kleinere naturhistorische Schulsammlungen aus.
Da zweckmässig construirte Kästen für Schulmuseen nicht ohne Bedeutung
sind, so folgt hier eine eingehendere Besprechung derselben unter Beigabe
einer Abbildung.
Für zoologische Objecte (aber ebenso für physikalische Apparate) eignen
sich Glaskästen, welche entweder als Wandschränke oder auch als freistehende
Mittelschränke benützt werden können. Sie müssen bequeme, handsame
Dimensionen haben, im Innern jede Art des Arrangements der aufzustellenden
Gegenstände und von Aussen eine bequeme und deutliche Uebersicht der auf
gestellten Objecte gestatten. Zu letzterem Zwecke müssen die Schränke mög
lichst wenig Holzwände, hingegen von allen Seiten grosse Glastafeln enthalten.
Es müssen mindestens die verticale Vorderwand und die schmalen verticalen
Seitenwände von Glas sein. Nicht unzweckmässig ist es auch zur Erlangung
von Oberlicht die obere (Dach-) Wand des Kastens und bei freistehenden
Schränken die vertikale Hinterwand aus Glastafeln zu construiren. Die Holz-
Construction ist auf das geringste Mass zurückzuführen, so weit es die Stabili
tät des Kastens und die Anbringung von Zahnleisten erfordert, welche wieder
die Benützung verschiebbarer, ungleich breiter Querfächer in beliebiger Anzahl
und Höhe gestatten.
Der ausgestellte Glaskasten des Leopoldstädter Gymnasiums ist ein Wand
schrank, 220 Centimeter hoch, 158 Centimeter breit und 65 Centimeter tief.