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Mittelschulen: XI. Naturgeschichte.
Charakter trägt, da sie Typen aus den tropischen und gemässigten Floren aller
Welttheile umfasst. Professor F. Simony ist mit Gletscherstudien, Professor
F. v. Hochstetter mit dem geologischen Experimente seiner künstlichen
Schwefel-Yulkane aufgetreten. Professor R. Niemtschik stellte einen Theil
seiner äusserst reichen und instructiven Sammlung natürlicher Krystalle aus.
Die k. k. zoologisch- botanische Gesellschaft, für die österreichischen
Mittelschulen durch Yertheilung von Sammlungen und ihrer Druckschriften
thätig, noch mehr aber anregend zu selbstständigen Arbeiten (wie der Umstand
beweist, dass zahlreiche ihrer Mitglieder und Mitarbeiter dem Kreise der Mittel
Schullehrer angehören), hat ausser ihren Druckschriften die Insecten - Genera
der österreichischen Fauna (12 Laden) ausgestellt und mehrere ihrer Mitglie
der zu separaten Ausstellungen veranlasst, die für österreichische Flora und
Fauna von Interesse sind, wie E. Woloszcza k’s Holzgewächse Niederösterreich’s
A. Pokorny’s Normal-Blätterherbar zu den Holzpilanzen Oesterreichs; E. Ber-
royer’s niederösterreichische Giftpflanzen, Poetsch’s Cladoniae austriacae und
Baron von Schrö ckinger’s österreichische Mollusken.
Nicht weniger anregend und fördernd für den naturgeschichtlichen Unter
richt an österreichischen Mittelschulen ist die k. k. geologische Reichsan-
stalt, die an der Vorausstellung freilich nur durch die geologische Karte von
Istrien repräsentirt war. Um so umfangreicher war die Exposition des allge
meinen österreichischen Apotheker-Vereines in Wien, welche unter an
dern sehr vollständigen und lehrreichen Sammlungen die für unsere Schulen
besonders wünschenswerthe Blüthenmodell-Sammlung von F. Brendel in Breslau
fast vollständig enthielt. Noch ist der Verein zur Verbreitung natur
wissenschaftlicher Kenntnisse in Wien zu erwähnen, dessen Jahrbücher
(1860 —1872) eine Fülle populärer Vorträge über neue Gebiete und Ent
deckungen in naturwissenschaftlicher Beziehung enthalten.
Da voraussichtlich die Collectiv-Ausstellung des k. k. Unterrichts-Mini
steriums im Prater noch vollständiger und lehrreicher sich gestalten dürfte,
so wird dieselbe noch mehr Material zur Förderung des naturgeschichtlichen
Unterrichtes an Mittelschulen bieten, als die hier nur in den allgemeinsten
Umrissen besprochene Vorausstellung.