2. Lehr- uud Lesebücher.
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nachfolgende Zusammenstellung wird besonders die in Oesterreich gebrauchten
Lehrbücher behandeln.
1. Gtratzmüller: „Kurzgefasstes Lehrbuch.” (Preisschrift), München 1873,
11. Auflage.
Dieses Buch, in den bayerischen Schulen als Lehrbuch eingeführt,
trug den Dresdener Beschlüssen nur bezüglich der Schreibweisen Rechnung;
durch die Beibehaltung des früheren Lehrganges im Grossen und
Ganzen ist das Buch antiquirt, so dass selbst einer der Preisrichter,
Professor Rätzsch, an seiner Stelle ein anderes kurzgefasstes Lehrbuch
herausgab.
2. Rätzsch: „Lehrbuch der deutschen Stenographie.” Dresden 1873, 9. Aufl.
Ein sehr ausführliches Werk, welches sich die Aufgabe setzte,
das Original-Werk von Gabelsberger zu ersetzen; wegen seines Umfanges
als Lehrbuch nicht verwendbar, soll es vorzüglich für Lehrer
dienen. Es legt die Tendenzen der Dresdener Beschlüsse vollständig dar,
entbehrt aber der Klarheit im Ausdrucke und der pädagogischen Anordnung
der Lehrsätze.
3. Rätzsch: „Kurzer Lehrgang.” Dresden 1872, 23. Auflage.
Ein Auszug aus dem obigen, ist in Sachsen als Lehrmittel eingeführt,
entspricht in Bezug auf die Methode ganz dem grossen Lehibuche.
4. Krieg: „Lehrbuch der stenographischen Correspondenz-Schrift” (stenographische
Kationalschrift), Dresden 1873, 2. Auflage.
Gleichfalls in den sächsischen Schulen eingeführt. Verfasser sucht
noch mehr als Rätzsch die Schrift mechanisch zu gestalten, um sie
geeignet zu machen, in niederen Schulen gelehrt zu werden, gibt auch
die Satzkürzung nur als Anhang, steht jedoch in pädagogischer
Anordnung des Stoffs selbst dem Lehrbuche von Rätzsch nach.
5. Albrecht: „Lehrbuch”, Altona 1872, 22. Auflage.
Der Verfasser hat die Stenographie nach der Ahn’schen Sprachmethode
bearbeitet, und diese Anordnung auch nach, den Dresdener
Beschlüssen, denen er nur die Schreibweisen accommodirte, beibehalten.
Das Buch besteht aus Lectionen, in denen einige Zeichen oder Verbindungen
nebst einigen Abkürzungen gelehrt und an mit solchen
Wörtern gebildeten Satzbeispielen eingeübt werden. Hiedurch ist der
Verfasser aber genöthigt, um die wirren Kenntnisse seiner Schüler zu
ordnen, in einem zweiten Curse das ganze System nochmals nach der
vermiedenen systematischen Ordnung vorzutragen.
6. Faulmann: „Stenographisches Lehrgebäude,” in 1. Auflage, Wien 1859,
als Tableau erschienen, in 5. Auflage 1868 als Buch in Octav (Wien bei
Bemann und Altmann 1871, 9. Auflage), Preis 25 kr.
Dieses Büchlein enthält das ganze System auf 32 Seiten, ist vollständig
in den Regeln, sparsam in den Beispielen, welche der Lehrer
zu erweitern berufen ist, hat sich durch seine Billigkeit und Ueber-