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Nichtdeutsches Schulwesen: I. Italienisches Schulwesen.
Im Kiistenlande wurde im Jahre 1870 für viele Volksschulen aus Staatsmitteln
eine Pränumeration auf die in Görz von Haberlandt herausgegebene
italienische Zeitung für Seidenbau eröffnet und in den letzten Jahren meist aus
Landesmitteln fortgesetzt. 1 ) Der Aufschwung des landwirtschaftlichen Unterrichts
hängt jedoch mit der an einigen Orten angebahnten Errichtung von
Volksschulgärten zusammen, für welchen Zweck die in Zara 1872 veröffentlichte
italienische Uebersetzung von Schwab und Machanek’s Schrift „der
Volksschulgarten” als willkommenes Förderungsmittel begrüsst werden muss.
An den Lehrer - Bildungsanstalten zählt die Landwirtschaft zu den obligaten
Unterrichtsfächern; jedoch ist das Aufblühen dieses Lehrzweiges erst
dann zu erwarten, wenn überall im Sinne der neuen Schulgesetze mit den Anstalten
auch ein Versuchsfeld verbunden sein wird, was bis jetzt an den italienischen
Lehrer - Bildungsanstalten örtlicher Hindernisse wegen noch nirgends
geschehen konnte.
Als Lehrmittel sind vom Ministerium bisher zulässig erklärt worden:
1. Die agronomische Tafel von Hartinger, so weit sie bisher in italienischer
Ausgabe erschienen sind. (Von der I. Serie 1, 4, 5, 6, 7, 8, 12, 14, 15.)
2. Istruzione ad uso del maestri sid modo di istituire e coltivare gli orti agrarii
compil. da P. Badizza. (Uebersetzung aus dem Deutschen. Wien,
Schulbücher-Verlag).
3. Dell’ agricoltura libri 3 del Dr. Pagani (Orig.) Ein brauchbares, aber für
Schulzwecke zu ausführliches Buch.
Ausserdem werden als Hilfsbücher gebraucht: Nozioni principali sull’
arboricoltura dei fratelli M. e G. Boda (Orig. Turin und Neapel), werthvoll
wegen der Berücksichtigung der italienischen Bodenverhältnisse; und von den
selben Verfassern: Breve istruzione sul modo di costruire le arnie economiche
per coltivare le api. (Ein gutes Hilfsbüchlein für Bienenzucht.)
10. Schreibunterricht.
Hiezu dienen Wandtafeln, bewegliche Alphabete und Schreibhefte nach
verschiedenen Methoden. Die am meisten gebrauchten kalligraphischen Hefte
sind die von Boscary (Orig. Mailand in 10 Heften). Die ausgeführten Muster
(Striche, Buchstaben u. s. w.) werden auf denersten Stufen in punctirten Umrissen
zum Nachschreiben geboten. Die Methode ist zweckmässig, bietet aber in
den ersten Graduationen einige Sprünge dar; auch sind die Muster selbst,
namentlich die Majuskeln nicht sehr gefällig. Aehnlich sind die in Trient
gebrauchten lithographirten Schreibhefte von Fr. Masrea (Trient in 10 Heften),
An den Schulen des Küstenlandes ist meist eingeführt: Lenz: Caüigrafia
italiana (I. und II. Theil) und calligraßa tedesca (I. und II. Theil), beide
in Triest herausgegeben.
1) Die genannte Zeitschrift ist seit wenigen Monaten eingegangen.