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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Nichtdeutsches Schulwesen: I. Italienisches Schulwesen. 
di Paolo Martinelli (Original, Mailand und Neapel 1363), ein an den meisten 
italienischen Schulen des Auslands gebrauchter Leitfaden. 
Pür Lehrer-Bildungsanstalten sind zulässig erklärt: 
Adolfo Spiess: Libro di scuola per ragazzi e raggazze (Uebersetzung 
aus dem Deutschen. Basel 1847). 
Baumann: Ginnastica ad uso dei maestri elementari (mit lithographirten 
Tafeln. Original Mailand 1867). 
Obermann: Atlante degli attrezzi di ginnastica educativa mit 12 litho 
graphischen Tafeln. (Original- Ausgabe Turin, und approbirt vom königlich 
italienischen Unterrichts-Ministerium). 
Zur Ergänzung des Unterrichtes werden ferner die einschlägigen deutschen 
Werke von Jahn, Eiselen, Kloss (Katechismus der Turnkunst und weibliche 
Turnkunst) Angerstein und Andern benützt. 
B. Mittelschule. 
An den Mittelschulen mit italienischer Unterrichtssprache ist es im All 
gemeinen um die Lehrmittel besser bestellt, als an den Volksschulen und 
Lehrer - Bildungsanstalten. Nachdem die grosse Reform vom Jahre 1850 auch 
auf die zahlreichen lombardisch - venetianischen Gymnasien ausgedehnt wurde, 
trat an das Ministerium von selbst die Nothwendigkeit heran, die an den deut 
schen Gymnasien gebrauchten bewährten Lehrbücher auch den italienischen 
Anstalten möglichst zugänglich zu machen, und ist hiefür durch zahlreiche, 
theils auf Kosten, theils über Anregung des Ministeriums veranstaltete Ueber- 
setzungen genügend vorgesorgt worden. Da aber seit dem Jahre 1859 und 
mehr noch seit 1866 die italienischen Mittelschulen in Oesterreich auf eine 
geringe Zahl zusammenschmolzen, so musste selbstverständlich hierin ein 
Stillstand eintreten, dem es hauptsächlich zuzuschreiben ist, wenn die italieni 
schen Mittelschulen sich noch mit älteren Uebcrsetzungen von Werken behel 
fen müssen, welche seither im Originale in vielfach verbesserten und neuen 
Auflagen erschienen sind. Eerner sind die für die classischen Sprachen ein 
geführten Lehrbücher wohl an und für sich trefflich, jedoch als meist wort 
getreue Uebersetzungen der nur für deutsche Schüler berechneten Originale 
für die italienische Jugend minder zweckmässig und dem Grundsätze wider 
sprechend, dass die Behandlung des fremden Spraehstoffes sich zunächst an die 
Muttersprache anlehnen soll. Diese beiden nicht immer gehörig betonten Um 
stände 'sind im Auge zu behalten, wenn bei der Vergleichung der italienischen 
Mittelschulen mit jenen der deutschen Kronländer die ersteren, nach den Unter 
richtserfolgen beurtheilt, nach mancher Richtung in den Hintergrund treten.
	        
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