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B. Mittelschule. 1. Italienisch als Muttersprache. 2. Latein.
Ugo Foscolo, Pindemonte, Parini, Monti, Tasso, seltener Ariosto,
namentlich aber Dante gewählt, welch letzterer an manchen Gymnasien fast
die ausschliessliche Untcrrichtslectiire der letzten drei Jahre bildet und zwar
meist in den von erklärenden Noten begleiteten Ausgaben von Venturi (Bas-
sano 1869), von Paolo Costa (Mailand 1862), von Nieolo Tomaseo und
von Pietro Fraticelli (Florenz, Barbera 1864).
c) Als Hilfsbücher für Aesthetik und Literaturkunde sind einge
führt :
Picci G.: Guida allo studio delle belle lettere (für Stilgattung, Metrik und
zum Verständnisse der einzelnen Dichtungsarten sehr brauchbar).
Maffei Giuseppe: Storia della letteratura italiana in der Ausgabe von
Cutrona (Venedig 1854).
Nebenher wird an den Gymnasien in Trient und Rovereto auch das lehr
reiche, wenn auch etwas weitschweifige Buch von Professor Giuseppe Sicher
Gli elementi e stati della lingua italiana (Trient 1853) benützt. Ausserdem
bieten die in der Anthologie von Carrara enthaltenen Linleitungen zur Lite
ratur der einzelnen Jahrhunderte und die Biographien der Dichter und Schrift-
steller hinlängliche Anhaltspuncte für Lehrer und Schüler.
d) Sehriftlicho Aufgaben.
Wenn die schriftlichen Aufgaben in der Muttersprache dem Schüler Ge
legenheit geben sollen, den in der Schule erworbenen reichen Unterrichtsschatz
zu verwerthen, und nur seinem Ideenkreise und seiner Empfindungsweise Nahe
liegendes behandeln sollen, so kann man die Wahl derselben, wie sie aus den
Jahresberichten der einzelnen Anstalten ersichtlich ist, zum grossen Theile eine
glückliche nennen, indem sie meist bekannte geschichtliche Ereignisse, V er-
gleiche über behandelte Lesestücke, Sentenzen und Sprüche aus classischen
Schriftstellern, Beschreibung von Naturerscheinungen, Wiedergabe von Selbst-
erfahrenem und Selbstempfundenem u. s. w. sich zum V orwurfe nehmen. Manche
aber sind darunter in ihrer viel zu allgemeinen Fassung darnach angethan, den
Schüler bei der Ausarbeitung und den Lehrer beim Oorrigiren in V erlegenheit
zu bringen, und den erstem zu eitlem Geschwätz zu verleiten.
Die Arbeiten selbst weisen im Allgemeinen Stilgewandtheit, aber wenig
Geschmack und viel Geflunker mit leeren Phrasen auf und lassen hie und
da durchblicken, dass die häusliche Lectüre nicht gehörig überwacht und ge
regelt ist. In den Arbeiten der obersten Classen ist ferner in der \\ ahl der
Ausdrücke und Wendungen die fast ausschliessliche Beschäftigung mit Dante
und den Schriftstellern des 13. Jahrhunderts häufig unverkennbar.
2. Latein.
a) Sprachlehren, Uebungs- und Wörterbücher.
Bis zum Jahre 1854 wurde an den Mittelschulen meist die in Mailand
1844 herausgegebene lateinische Grammatik von L. Filippi (Grammatica della