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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Volks- und Bürgerschulen: II. Kinder-Bewahraustalt und Kindergarten. 
schön, aber auf Kosten der jugendlichen Augen gearbeitet), Nähblätter mit 
Sach- und Zierformen (von ersteren z. B. Kugel, Walze und Würfel, die, mit 
richtigem Verständnisse, von den Wiener Kindergärten plastisch in Thon dar 
gestellt sind), Flechtblätter und geflochtene Lesezeichen, Faltformen, Ver 
schränkformen und einige durch die Verbindung von Erbsen und Draht geformte 
Gegenstände. Das Ganze verräth Fleiss und Eifer, aber nicht viel Geschmack. 
Der Verein für Kindergärten in Gratz hat durch die eingesendeten 
Kinderarbeiten (in kleinen Heften zusammengcstellten Reihenfolgen des Aus 
stechens und Nähens, des Faltens und Zeichnens), sowie durch grössere mit 
dem Namen „Emma Kubin” bezeichneto Arbeitsschulen und einige Ausstattungs 
stücke neue Beweise seiner schon früher anerkannten Bestrebungen für die 
Kindergartensache geliefert. 
Von Frau Louise Opitz in Brüx: Flecht-, Ausstech- und Näharbeiten, 
sowie gefaltete Sachformen, in richtiger Reihenfolge, aber nicht gefällig. 
Von Marie Pederzolli, Hilfslehrerin an der Mädchenschule in Rove- 
redo, liegen Reihenfolgen des Flechtens, Faltcns, Ausschneidens, Verschnürcns 
und Ausstechens vor. Es fehlt jede genauere Angabe, von wem die Arbeiten 
ausgeführt sind; dass dieselben nicht in einem Kindergarten entstanden sein 
können, sehen wir an den sehr gelungenen, aber auch sehr schwierigen Aus 
stecharbeiten. 
Der vom Prager Frauen-Erwerbverein errichtete Curs für Kinder- 
gäi tnerinnen hat schon nach der kurzen Zeit seines Bestehens schöne Resul 
tate aufzuweisen. Es war ein glücklicher Gedanke des Vorstandes, nebst den 
Flocht-, Ausstech- und Näharbeiten und den Zeichnungen auch schiüftliche 
Arbeiten der Schülerinnen auszustellen. Denselben geht ein kurzer Bericht 
der Section für den Curs der Kindergärtnerinnen voraus. Die Aufsätze der 
Candidatinnen bringen sowohl Ausarbeitungen theoretischer, den Kindergarten 
betreffende Themen, wie: Gedanken über Zweck und Einfluss des Kindergartens, 
über den Zweck der dritten Gabe, als auch Besprechungen, wie sie mit den 
kleinen Zöglingen gehalten werden, und die Behandlung von Bewegungsspielen. 
Damit wäre die Aufzählung der im engsten Sinne auf den Kindergarten 
Bezug habenden Ausstellungsobjecte erschöpft, da wir die übrigen diesen sich 
anschliessenden Spiel- und Lehrmittel als nicht hioher gehörig bezeichnen 
müssen. 
Die von der israelitischen deutschen Volksschule in Pilsen ausge 
stellten Zahlenbilder mögen sich für den ersten Unterricht im Zählen ganz 
brauchbar erweisen; gegen die Bezeichnung „für den Kindergarten” müssten 
wir jedoch protestiren, nachdem dem Kindergarten in den Bausteinen, den 
Flcchtstreifen, besonders aber in den Legestäbchen die geeignetsten Mittel zur 
Weckung des Zahlensinnes und zur Uebung der Zahlenanschauung geboten sind. 
Ebenso liegt das Metathesenspiel der Clementine Schosserer 
ausserhalb des Bereiches des Kindergartens. Auch dem Punct- und Linienspiel
	        
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