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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

2. Ausstellung. 
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des Herrn Hann in Wiener-Heu stadt gehen die eigentlichen bildenden 
Momente ab, die den Spiel- und Beschäftigungsmitteln des Kindergartens inne 
wohnen. 
„Der kleine Architect” aus Trinker’s Kunstverlag in Gratz und die Zu- 
sammenlegebilder des Herrn Potucek in Smichow werden den Kindern im 
Hause Unterhaltung, vielleicht auch Belehrung gewähren, passen aber eben 
falls nicht in den Rahmen des Kindergartens. 
Die Winternitz’schen Lehrspiele, als: Lese-, Rechen-, Schreib-, Länder 
und Kaiserspiel, können, da sie ein spielendes Lernen bezwecken, im Kindergarten, 
wo es sich um belehrendes Spiel handelt, keine Verwendung finden. Das Turn 
spiel kann in seinen Abbildungen der Kindergärtnerin manche hei den Be 
wegungsspielen verwendbare Stellung zeigen. 
Die Kindergarten-Literatur hatte bisher in Oesterreich ausser der im Ver 
lage von Pichler’s Witwe und Sohn erschienenen, nur wenige Seiten umfassen 
den Broschüre R. 0. Seidler’s über „die Mittel der Kindergarten-Erziehung” 
nur einige sehr gut gehaltene Monographieen von Louise Hertlein aufzuwei 
sen. Die von R. Rechner vorgelegten Schriften dieser um die Kindergartensache 
sehr verdienten Krau sind: „EröheTs Bauspiele”, „20 Ballspiele” und „30 Kinder 
spiele”. 
Ein von Vittorio Castiglioni in Triest im Jahre 1872 erschienenes 
Schriftchen: „II giardino infantile” beginnt mit der Geschichte der Triester 
Anstalten und der Biographie Fröbel’s. Hierauf wird in kurzen Umrissen die 
äussere und innere Einrichtung des Kindergartens beschrieben. Der sehr ge 
drängten Darstellung der einzelnen Spiele und Beschäftigungen folgen mehrere 
Gebete und kindliche Poesien. Der Anhang bringt eine bei Eröffnung des 
Fröbel’schen Lehrcurses und eine zweite heim ersten Abschlüsse desselben ge 
haltene Rede des Verfassers, und am Schlüsse finden sich Pläne und Illustratio 
nen, letztere in sehr primitiver Gestalt. 
Das soeben im Verlage der Beck’schen Universitäts-Buchhandlung (Holder) 
erschienene Handbuch: „Der Kindergarten” von A. S. Fischer sucht die ganze 
Kindergarten-Erziehung in theoretisch-praktischer Weise darzustellen. Die Be- 
urtheilung des grösseren oder geringeren Werthes dieses Versuches muss natür 
lich Andern überlassen bleiben. 
Die Spiel- und Beschäftigungs - Materialien des Kindergartens mussten bis 
jetzt aus Deutschland bezogen werden, und zwar geschieht diess zumeist von 
Berlin (Hugo Bretsch), Gotha (Köhler), Hamburg (Hestermann), Weimar (Böhlau). 
In Oesterreich sind hei R. Rechner in Wien Flechtmappen, Stäbchen 
leger und Ausstechschule von Louise Hertlein erschienen, aber diese sowohl 
als die Fröbel’schen Baukästen aus demselben Verlage konnten in Bezug auf 
den Preis mit den in Deutschland erzeugten nicht concurriren. 
Seit Kurzem sind in der Beck’schen Universitäts-Buchhandlung (A. Hol 
der) sehr brauchbare Flechtvorlagen von dem Volksschullehrer Schellner
	        
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