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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Nichtdeutsches Schulwesen: II. Cechisches Schulwesen. 
stand von Seite des gewohnheitsmässigen Schlendrians, allmählig ins Lehen 
geführt. 1 ) Allein der Titel Slabikdf (Syllabirbuch) wurde auch in dieser neuen 
Schulfibel 2 ) beibehalten. Mit Rücksicht auf die Schreiblesemethode wurde, 
bei der Reihenfolge der Laute das morphologische Princip der Buchstaben 
zeichen zu Grunde gelegt und daher nach den Yocalen der am leichtesten 
darzustellenden Consonant j zuerst vorgeführt. 
Gleichzeitig wurde von Vinaficky der Plan für die Schullesebücher der 
II. und III. Classe entworfen und einer Commission Prager Schulmänner unter 
dem Vorsitze des k. k. Schulrathes Wenzig vorgelegt. Nachdem dieser Plan 
die Approbation des k. k. Unterrichts - Ministeriums gefunden hatte, wurde 
Yinaficky mit der Redaction dieser Schullesebücher betraut. Die Bearbeitung 
der einzelnen Abtheilungen derselben wurde durchgehends bewährten Fach 
männern anheimgegeben, so dass ausser dem Redacteur selbst noch die 
Schriftsteller: Domherr Y. Stule, Dr. Y. Stanek, Professor Krejßi, dann 
Ministerial-Secretär (später Minister) Josef Jirecek und Seeretär Spatny als 
Verfasser dieser Lesebücher erscheinen. 
Nach zwölf Jahren unveränderten Bestandes wurde über Anregung der 
Prager Lehrer-Versammlung eine Revision dieser Schullesebücher ver 
anlasst, welche im Jahre 1865 auf Anordnung des k. k. Ministeriums einer 
eigenen Revisions-Commission übertragen wurde. Diese Commission bestand 
aus dem k. k. Schulrathe Johann Pätek als Vorsitzenden und aus den 
Herren: Director Dr. K. Amerling, Oberlehrer St. Backora, Lehrerbildner 
Y. Biba, Director P. Frost, Dompfarrer P. Kratochwil, Director J. Reh&k, 
Lehrerbildner J. Walter und Canonicus K Yinaficky als Mitgliedern. Aus 
dem Elaborate dieser Commission, welches beim k. k. Unterrichts-Ministerium 
einer Superrevision unterzogen wurde, sind die gegenwärtigen im Schul 
gebrauche befindlichen Lesebücher des k. k. Schulbücher-Verlages für die L, II. 
und III. Classe hervor gegangen. 
Die Fibel, welche erst jetzt den ominösen Namen Slabikdf ablegte, erschien 
im Jahre 1865 unter dem Titel: Citanka pro prvni tfidu katolicktfch skol v 
cisarstvi rakouskem (Lesebuch für die erste Classe der katholischen Schulen im 
Kaiserthume Oesterreich) officiell auch Prvni citanka (erstes Lesebuch) genannt, 
68 Seiten stark, Preis 8 kr., geb. 14 kr. Von dem früheren Slabikdf unterscheidet 
sich dieses „erste Lesebuch” dadurch, dass es, abgesehen von dem Erfordernisse der 
heutzutage immer mehr zur Geltung kommenden „Schreiblesemethode”, die schon 
die frühere Slabikdf berücksichtigte, in der Aneinanderreihung der Laute von 
1) Im Allgemeinen ist die ältere Generation noch im Systeme des Syllabirens ins Lesen ein 
geführt worden, obschon einzelne, strebsame Lehrer schon früher der Methode des Lautirens 
folgten. ,Jeh bin”, sagt ein Lehrer in Skola a zivot 1857 — 15 Jahre bei der Schule; die ersten ^ 
hielt ich mich getreu an das Syllabiren, die letzten 8 und gegenwärtig halte ich mich an die 
Lautirmethode . . ." Darnach wäre das Lautiren um das Jahr 1850 herum in der Praxis aufgetreten. 
2) Slabikdf a prvni citanka pro katolicke skoly v cisarstvi Rakouskem.
	        
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