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Volltext: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Nichtdeutsches Schulwesen: II. öechisches Schulwesen. 
Im Jahre 1856 erschien die Schrift: Katechetika von J. K. Skoda, welche 
im Jahre 1864 eine zweite Auflage erlebte. Dieses Handbuch, welches sich 
durch eine correcte Auffassung der Vorgänge des Seelenlebens vortheilhaft 
empfiehlt, ist in Uebereinstimmung mit der üblichen psychologischen Drei- 
theilung in drei Haupttheile gegliedert, die sich mit der Lehre von dem Er 
kenntnis-, Gefühls- und Begehrungs-Vermögen beschäftigen. Die Behandlung 
erhält jedoch durch die fortwährende Berücksichtigung der Bedürfnisse des 
Katecheten (Beligionslehrers) insoferne einen eigenthümlichen Charakter, als 
mit den allgemeinen Sätzen der Didaktik besondere Betrachtungen über litur 
gische Dinge aufs engste verflochten sind. 
Im Jahre 1860 erschien die nachmals in 2. verbesserter Auflage heraus 
gegebene Schrift: Didaktiha cili navedeni ku vyucovdni skolnimu (Didaktik oder 
Anleitung zum Schulunterrichte) von TornaS Vorbes. Nach einer vorausgeschick 
ten Abhandlung über „Lehrerberuf’ handelt diese systematisch gehaltene Schrift 
im I. Theile über den Schulunterricht in Beziehung auf den Schüler, den Lchr- 
gegenstand und den Lehrer, und beschäftigt sich im II. Theile mit der körperlichen 
Erziehung, der Schulzucht und den Pflichten des Lehrers. In Gemässheit des 
für Pädagogien vorgezeichneten Lehrplanes, nach welchen die Erziehungs- und 
Unterrichtslehre” im Zusammenhänge mit der „Geschichte der Pädagogik” zu 
behandeln ist, hat derselbe Verfasser erst neuestens seine Obrazy z dejin 
vychovatelstvi (Bilder aus der Geschichte der Pädagogik) veröffentlicht, welche 
mehr in systematischer Anordnung, als der bescheidene Titel vermuthen Hesse, und 
im engen Anschlüsse an die allgemeine Culturgeschichte eine mit grossen 
und lebhaften Zügen hingeworfene Skizze der pädagogischen und Schulzustände 
aller Zeiten vor uns entrollen. 
Im Jahre 1863 erschien P. J. Sulc: Pädagogika vseobeend tili nave 
deni k rozumnemu vychovdni ditek (Allgemeine Pädagogik, oder Anleitung zu 
einer vernünftigen Erziehung der Kinder), welche Schrift mehr für die häus 
liche, als für die öffentliche Erziehung berechnet ist. 
Eine mit vielem Beifall aufgenommene und jedenfalls sehr beachtens- 
werthe Schrift ist Jan Lepaf: 0 methoddeh a logicke jejich pribuznosti (Von 
den Methoden und ihrer logischen Verwandtschaft), welche ursprünglich in der 
Zeitschrift: „Skola a zivot” erschienene Abhandlung das Wesen der verschiedenen 
Lehrmethoden nicht so sehr durch theoretische Begriffs-Bestimmungen, als viel 
mehr durch Häufung praktischer Beispiele klar zu legen sucht. — 
Nicht minder bedeutend, als diese mehr systematischen Handbücher sind 
die Abhandlungen, die sich auf die methodologische Behandlung 
der einzelnen Unterrichtszweige der Volksschule beziehen. Um 
diese literarischen Bestrebungen würdigen zu können, muss vor Allem eines 
Mannes gedacht werden, der als Bahnbrecher dieser Bestrebungen angesehen 
werden kann, obwohl er die neuere Periode des Aufschwunges des Volks 
schulwesens nicht mehr erlebt hat. Es ist diess der bei Lebzeiten zu wenig
	        
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