Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

A.  Bereich  der  Volksschule.  3.  Pädagogik  und  Didaktik.  499
gewürdigte  Lehrer  an  der  ersten  böhmischen  Muster-Kleinkinder-Bewahranstalt
(Kindergarten)  am  Hradok  in  Prag,  Jan  Svoboda,  der  öechische  Fröbel.
Im  Jahre  1839  erschien  sein  Hauptwerk  Skolka  (die  Kleinkinderschule 1 ),
welches  auch  heutzutage  nicht  veraltet,  sondern  vielmehr  das  Vorbild  ist  für
die  verschiedenen  cechischen  Methodenbücher  der  Gegenwart,  indem  es  schon
damals  unter  höchst  ungünstigen  Verhältnissen  die  heutzutage  so  gefeierten
didaktischen  Principien  der  Unmittelbarkeit,  Anschaulichkeit,  Sachlichkeit  und
Natürlichkeit  des  Unterrichts,  allerdings  nur  für  die  unterste,  aber  ebendesshalb
  auch  schwierigste  Stufe  desselben  vertrat.  Die  Skolka  ist  kein  abstractes
Methodenbuch  des  Schulunterrichtes,  sondern  der  Schulunterricht  selbst,  dargestellt ­
  an  typischen  Dialogen  zwischen  Lehrer  und  Schulkind.  Anschauen,
Benennen,  Lesen,  Denken,  Spielen,  Turnen,  Singen,  Nachbilden  und  Nacherzählen,
Rechnen  wechseln  mit  einander  ab  und  unterstützen  sich  gegenseitig.  —
Die  Methodik  des  Lesebuches  bildet  den  hauptsächlichen  Inhalt  der
didaktischen  Bestrebungen  dieser  Periode.  Nachdem  Josef  Backora  seine  aus
den  Berathungen  des  ältesten  Lehrervereines  „Budec”  hervorgegangene  Pocdtky
ve  cteni  (Anfänge  des  Lesens),  cdst  1  a  II  im  Jahre  1848  und  später  in  neuen
Auflagen  ausgegeben  hatte,  schrieb  er  im  Jahre  1854  seine  Prakticke  navede.nl
ke  hldskovdnl  a  cteni  (Praktische  Anleitung  zum  Lautiren  und  Lesen)  als  Methodenbuch ­
  für  Lehrer  beim  Gebrauche  der  Fibel  und  des  Lesebuchs.
In  ähnlicherWeise  gab  Vinc.  Biba  seine  Schriften:  Maleho  ctenäre  cviceni
  se  ve  cteni  myslerd  a  mluvenl  (des  kleinen  Lesers  Lehr-,  Denk-  und  Sprachübungen). ­
  1.  Auflage  1848,  5.  Auflage  1853  und  Cvlcein  slohovd  pro  hlavni
a  obecne  skoly  na  zdklade  skolnich  cltacich  kneh  (Stilübungcn  für  Haupt-  und
Volksschulen  auf  Grundlage  der  Schullesebücher  1857-—1860)  heraus.
Fast  um  dieselbe  Zeit  schrieb  der  als  Verfasser  von  Jugendschriften  und
mehrfach  aufgelegten  grammatischen  Handbüchern  bekannte  Josef  V.  Vlasäk,
Vyucovdni  skolnl  na  zdklade  nynejsich  citanek  podle  nd  vrhu  nejcelnejsich  spisovatelü
  .  .  .  (Der  Schulunterricht  auf  Grundlage  der  neuen  Lesebücher  nach  dem
Plane  der  hervorragendsten  Schriftsteller)  3.  dily  1856  —  1859.
Gleichzeitig  veröffentlichte  der  vielseitig  thätige  pädagogische  Schriftsteller ­
  Josef  Walter 2 )  seine  Schrift:  Vx/klad  slabikdre  a  citanky  pro  prvni  tfidu
  obecnijch  skol  (Erklärung  der  Fibel  und  des  Lesebuchs  für  die  I.  Volksschulclasse)
  1858,  während  der  um  die  Förderung  der  pädagogischen  Literatur
äusserat  verdiente  TomaS  Vorbes 3 )  Hermann’s  Unterclasse  in  cechischer  Bearbeitung ­
  1857  herausgab.
1)  Der  vollständige  Titel  dieser  Schrift,  welche  nachmals  ins  Polnische  und  Dänische  übersetzt
wurde,  lautet:  Skolka  cili  prvopocätecni,  prakticke,  nazorne,  vsestranne  vyucovdni  malych
ditek  k  vecnemu  vybrouseni  rozumu  a  uslechteni  srdce  s  navedenim  ke  cteni,  pocitdni  a
rejsovdni  pro  ucitele,  pestouny  a  rodice.  V  Praze  1S39  V.  Spinky.
2)  Von  demselben  Schriftsteller  erschien  im  Jahre  1865;  Vyucovdni  0  druhe  tride
ndrodnich  skol  im  Schulbücher  Verlage.
3)  Von  J.  Vorbes  liegen  in  der  Ausstellung  auf:  Obrazy  k  usmdneni  vyucovdni  ve  cteni
32“
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.