V. Slovenisches Schulwesen.
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Radmannsdorf, für die südliche Steiermark in Marburg, Cilli, Pettau, Windisch-Peistritz
Hauptschulen und in grösseren Orten, wie zu Flitsch im Görzischen;
Trivialschulen gegründet. Auch Mädchenschulen wurden errichtet und dieselben
den Ursulinerinnen anvertraut. Die Erziehung in den Töchterschulen wie in
jenen der Knaben sollte auf die Muttersprache gebaut sein, da die grosse
Kaiserin zwar den Wunsch allmähliger Verbreitung der deutschen Sprache hatte,
allein desshalb der Sorgfalt für die anderen Landessprachen nicht untreu wurde.
Allein das verbesserte „Schulwesen Mess das deutsche Schulwesen, die
neue Einrichtung hiess die deutsche, ihre Lehr- und Hilfsbücher Messen die
deutschen”.
So kam es denn, dass der vor Kundmachung des allgemeinen Schulpatentes
festgehaltene Grundsatz: zwar der deutschen Sprache grössere Verbreitung zu
verschaffen, dabei aber auch die Interessen der andern Landessprachen, wo die
äussern und innern Bedingungen lebensfähiger Entwicklung vorhanden, mit
rücksichtsvoller Sorgfalt zu pflegen, sich nach Kundmachung desselben in das
Bestreben verbildete, das ganze Gewicht nur auf die Ausbreitung der deutschen
Sprache zu legen, die anderen Landessprachen dagegen bloss in der ersten
Zeit als nothwendiges Uebel und als Mittel zum Zwecke bestehen zu lassen.
Während man mit der „wälschen Sprache” etwas höflicher umging und
gestattete, dass der Unterricht der Mädchen von den Klosterfrauen der heiligen
Ursula in Görz „lediglich in wälscher Sprache” ertheilt werde, erhielt daselbst
die Normalschule deutschen Charakter, und entwarf Graf Torres eine
„vorläufige Instruction für die zween pro interim in Görz angestellten Lehrer
Leban und Petalussi, welche die dazu erforderliehen Landessprachen besassen,”
die in Wien so grossen Beifall fand, dass sie mehreren Gubernien mitgetheilt
wurde, „um jene Kinder, so gar nicht deutsch verstehen, zu den Normalschulen
vorzubereiten.”
In Laibach wurde 'eine Elementarclasse für Kinder eingerichtet, welche
die Kenntniss der deutschen Sprache nicht vom Hause aus mitbrachten, um sie
darin auf Grundlage ihrer Muttersprache für den Eintritt in die Normalschule
vorzubereiten. Graf Torres wählte sich in Görz und Gradiska eine Anzahl
grösserer Ortschaften aus, in welche er zunächst Lehrer, die an der Normalschule
in der deutschen Sprache unterwiesen worden, zu setzen gedachte. „Wenn
alsdann die deutsche Sprache schon gemein im Lande sein wird, so dass in
jeder der genannten Ortschaften wenigstens zwanzig Kinder sie besitzen werden,
kann man mit den Trivialschulen vorschreiten. Ich nehme mir,” meinte er, „zu
dieser glücklichen Epoque den Raum von zwei Jahren.”
Bald war es dahin gekommen, dass der Fortschritt der Schulverbesserung
kaum nach etwas anderem bemessen wurde, als nach den Erfolgen, welche der
deutsche Unterricht in stockslavischen Provinzen zu erringen wusste.
Auch der Schulbücher - Verlag, welchen die Kaiserin Maria Theresia im
Jahre 1772 gründete, hatte zunächst nur die Aufgabe, die Herstellung von