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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Nichtdeutsches Schulwesen: Y. Slovenisches Schulwesen. 
von Kunstliedern, welche nach und nach allgemeine Verbreitung fanden 
und die naturwüchsigen Volkslieder verdrängten. 
31. Die erste Sammlung von Kirchenliedern gab Gregor Vilhar im Jahre 1843 
heraus: Vize svetih pesem B. Potocnika. Im selben Jahre erschienen die 
pesme v nedelje celega leta von L. Dolinar. 
32. Ganz besondere Erwähnung verdient die slovenska Gerlica, eine Samm 
lung von Liedern verschiedener Verfasser (MaSek, Fleischmann, Gerbiß 
u. a. m.), welche aus 7 in den Jahren 1848 —1865 erschienenen Heften 
besteht. 
33. Speciell für die Schulen bestimmte Sammlungen sind ausser den 
vom Schulbücher-Verlage herausgegebenen, schon erwähnten Schulliedern von 
Nedved folgende: 
a) Napevi za cerlcev, Solo in kratek cas von Cvek. Klagenfurt 1855. 
b) Solarske pesmi, zlozil FleiSman 1860. 
c) Slovenske pesmi, zlozil Triebnik 1862. 
d) Pesmi z napevi za cerkev in solo, zlozil Vavken 1865. 
e) Solske pesmi, zlozil A. Nedved 1867. 
34. Für die Verbreitung musikalischer Kenntnisse und des kunstmässigen 
Gesanges sorgte der Lehrer MaSek durch Herausgabe seiner zunächst für 
Landschullehrer bestimmten musikalischen Monatshefte (Caecilia), welche 
Biographien von berühmten Tondichtern, Belehrungen über das Orgelspiel, 
Orgelstudien, Vor- und Nachspiele in systematischer Ordnung, Gesänge 
für Kirche und Schule in lateinischer, slovenischer und deutscher Sprache 
enthielten. Diese Hefte erschienen 1857 und 1858 in der lithographischen 
Anstalt von Blasnik in Laibach und sind leider gänzlich vergriffen. 
35. Im Jahre 1867 gab A. Förster eine slovenische Gesangssehule: Kratek 
navod za poduk v petji mit einem Anhänge von zwei- und dreistimmigen 
Liedern heraus. 
36. Besonders zahlreich sind die Sammlungen von Kirchenliedern und Messen 
von Vilhar, welche sich durch Innigkeit des Gefühles vor anderen aus 
zeichnen. 
Auch an weltlichen Liedern haben die Slovenen keinen Mangel, und es 
lässt sich von ihnen mit Kocht sagen, dass sie ein gesangliebendes und gesangs 
kundiges Volk sind, welchem in dieser Beziehung nicht leicht ein anderes an 
die Seite gestellt werden kann. In den letzten 25 Jahren haben sie nicht 
weniger als 30 mitunter sehr fruchtbare Tondichter aufzuweisen, von denen sich 
einige (zum Beispiel Ipavic, Förster, Hribar) mit Glück auch auf dem Gebiete 
der Operette versucht haben. 
Die landwirthschaftliche Literatur hat sich früh und verhältniss- 
mässig reichlich entwickelt. 
Hieher gehören folgende Werke :
	        
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