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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

B. Lehrmittel für die Mittelschule. 2. Slovenischer Sprachunterricht. 
denden Lehrstoff zur Verarbeitung dar. Um dem Lernenden das Erfassen und 
Behalten des fremden Ausdruckes nach Möglichkeit zu erleichtern, erscheint 
der gesammte Wortvorrath den Gesetzen des Anschauungs-Unterrichtes gemäss 
in leicht fassbaren Gruppen vorgefiihrt und durch viele Beispiele und Sprech 
übungen zum praktischen Gebrauche verarbeitet. Jedem Lesestücke sind ein 
zelne Aufgaben, bestehend in Fragen über den Inhalt des Gelesenen zur 
mündlichen und schriftlichen Bearbeitung beigegeben.” Das Werk wurde schon 
in 3. Auflage vom Unterrichts-Ministerium mit Erlass vom 21. Jänner 1857, 
Z, 15349 empfohlen. 
Hieher gehört auch Er. Levstik „Slovenische Sprache nach ihren 
Redetheilen.” Während das erwähnte Sprachbuch des Janezic vor allem 
den Zweck hat, eine leichte und schnelle Erlernung der slovenischen Sprache zu 
vermitteln, betrachtet Levstik die Sprache als Object wissenschaftlicher Erörte 
rungen und sucht demnach die sprachlichen Erscheinungen wissenschaftlich zu 
begründen und in feste Gesetze zu bringen. 
Die slovenische Lexikographie reicht zwar bis in die zweite Hälfte des 
16. Jahrhunderts zurück, doch soll hier nur von den in neuerer Zeit erschiene 
nen Wörterbüchern die Hede sein. In erster Linie verdient Anton Johann 
Murko’s slovenisch-deutsches und deutsch-slovenisches Handwörter 
buch (Graz 1833) genannt zu werden, welches mit seinem gediegenen verläss 
lichen und reichen Inhalte auf die slovenische Literatur einen sehr bedeuten 
den Einfluss geübt hat. 
Nachdem dasselbe vergriffen war, kam 1834 ein von Josef Kek, 
Katecheten an der Mädchenschule der Ursulinerinen in Laibach, unter Mit 
wirkung von Sprachkennern verfasstes kleines V örterbuch der sloveni 
schen und deutschen Sprache (zunächst für deutsch lernende Slovenen) 
heraus, wovon 1854 die 3. Auflage erschien. 
M. Cigale stellte 1853 die juridisch-politische Terminologie für die süd- 
slaviscben Sprachen fest, und JoseJ Drobnic veröffentlichte im Jahre 1858 
sein slovenisch - deutsch - italienisches und italienisch-deutsch-slo 
venisches Wörterbuch, welches zwar nicht inhaltreich, aber mit sehi guter 
Wahl der terminologischen Ausdrücke redigirt ist. 
Im Jahre 1850 und 1851 gab Janezic sein vollständiges Taschen-W örter 
buch der slovenisch - deutschen Sprache in 2 Bänden heraus, welchem 
trotz des schätzbaren Materiales der Abgang einer strengem Sichtung und 
einheitlichen Bearbeitung nicht wenig zum Nachtheile gereicht. - Der deutsch- 
slovenische Theil erschien in verbesserter Auflage im Jahre 1867. 
Im Jahre 1860 erschien auf Kosten des Fürstbischofes von Laibach, 
Anton Alois Wolf, bei Blasnik in Laibach das grosse deutsch - slovenisc he 
Wörterbuch in 2 Bänden, welches vom Ministerial-Secretär Cigale mit Be 
nützung aller bis dahin auf lexikographischem Gebiete erschienenen Arbeiten 
unter steter Vergleichung aller slavischen Mundarten und unter Mitwirkung
	        
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