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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

560 NicMdeutsches Schulwesen: VI. Rumänisches Schulwesen. 
Nach der vom Verfasser gegebenen Instruction soll der Lehrer den Kindern 
zuerst die Ziffern von 1 — 9 vorzeigen, ihnen dieselben benennen, den Werth 
jeder einzelnen angeben, sodann stufenweise zur Erklärung der Bildungsweise 
der Zahlen und des Stellenwerthes vorschreiten. 
Musikalien waren folgende ausgestellt: 
1. Napevi k pesmam za cerkev von Cvek 1855. 
2. Z nebes poglej bog Sabaot, Messe von Vucvik. 
3. Masa za stire glase von Triebnik. 
4. SlovensJci pesmi za cetiri glase von Triebnik. 
5. Slovenshe pesmi za en glas in glasovir von Ipavec. 
6. Masa za stiri moshe glase, orgle in violon, von J. Miklosic. 
7. Die Glasbena Matica in Laibach hatte durch Ausstellung von Composi- 
tionen von Eörster, Nedved, EleiSman, Dolinar, Gerbic, Levicnik, MaSek, 
Miklosic, Cvek, Biliar, Vavken die musikalische Productivität der Slovenen bei 
den Musikkennern in nachdrücklicher Weise zur Geltung gebracht. 
VI. Rumänisches Schulwesen. 1 ) 
Bericht von Director Demeter Isopeskul in Czernowitz. 
A. Volksschulen. 
Oesterreichische Bumänen leben in grösserer Anzahl nur in der 'Bukovina 
und es ist daher die rumänische Sprache auch nur in den Volksschulen dieses 
Kronlandes im Gebrauche. 
Vor der Uebemahme der Bukowina durch die österreichische Begierung 
(1777) gab es daselbst gar keine Unterrichtsanstalten. Die sehr zahlreichen 
Klöster waren die einzigen Bildungsstätten, in denen die Kunst des Lesens 
und Schreibens gelehrt wurde. Auch in den Städten und Landgemeinden waren 
die Geistlichen und die Cantoren (Kirchensänger) meist die einzigen Personen, 
die, des Lesens und Schreibens kundig, Lehrer derjenigen sein konnten, die 
sich unterrichten lassen wollten. 
Nur der Adel hatte für den Unterricht der Kinder eigene Lehrer (meist 
Griechen), die zugleich Secretärdienste versahen. 
Der Unterricht beschränkte sich auf Lesen und Schreiben. 
Das Bechnen wurle zwar auch gepflegt, konnte sich jedoch nicht weiter 
entwickeln, da nicht das dekadische Zahlensystem, sondern das cyrillische 
(griechische) im Gebrauche war. Für den Unterricht im Lesen und Schreiben 
waren keine besondern Lehrmittel vorhanden. Jeder Lehrer fertigte selbst 
einige Buchstaben-Tabellen für die Druck- und Cursivschrift an (die einander sehr 
1) Vergleiche über Religionsunterricht in rumänischer Sprache die Abschnitte: „Griechischer 
Religionsunterricht in der Bukowina” S. 59 und „Griechische Religion” S. 299.
	        
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