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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

A. Volksschulen. 
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Bald nach der Einführung der lateinischen Schreibweise machten sich näm 
lich zwei Richtungen geltend, die rein etymologische und die phonetische. 
Erstere findet ihre Vertreter hauptsächlich in Siebenbürgen und in der 
Walachei, letztere in der Bukowina und in der Moldau. Die Anhänger des 
etymologischen Princips verwenden bloss die Buchstaben des lateinischen Alpha 
bets und suchen auch die der rumänischen Sprache eigentümlichen Laute mit 
Hilfe derselben auszudrücken; die Phonetiker dagegen haben für diese Laute 
besondere Zeichen angenommen, wodurch der Unterricht bedeutend erleichtert 
wird. 
Als Resultat der Thätigkeit der erwähnten Commission sind folgende Lehr 
mittel zu verzeichnen: 
1. Eine rumänische Eibel verfasst vom Hauptlehrer an der k. k. Lehrer- 
Bildungsanstalt Johann Drogli. Dieselbe ist nach der Schreibiesemethode 
und für die Pflege des Anschauungs-Unterrichtes eingerichtet. Der grösste Theil 
des Textes wird mit dem lateinischen Alphabete gedruckt; doch finden auch 
die beiden cyrillischen Schreibarten entsprechende Berücksichtigung. 
2. Die Lesebücher für die II. und HL Classe wurden nach der 
lateinischen Orthographie umgeschrieben, und bei dieser Gelegenheit auch in 
Bezug auf den Stoff und dessen Anordnung verbessert, damit bis zum Er 
scheinen der neuen Lesebücher der Unterricht nicht leide. 
3. Das Rechenbuch von Moönik für die I. Classe nebst der Anleitung 
zum Gebrauche desselben wurde ins Rumänische übersetzt. 
Die Herausgabe der erwähnten Lehrmittel hat der k. k. Schulbücher- 
Verlag übernommen und dieselben befinden sich bereits unter der Presse. 
Vollendet, doch noch nicht überreicht sind die Uebersetzungen der drei 
Rechenbücher für die II., III. und IV. Classe, nebst der Anleitung zum 
Gebrauche derselben. 
Von sonstigen rumänischen Lehrmitteln sind noch zu erwähnen: 
1. Caligrafie pe’ntru scoalele publice (16 kalligraphische Vorlegeblätter). Die 
selben enthalten alle 3 Schriftarten. 
2. Cantri chorale (Rumänische Liturgie), verfasst von Isidor Wor obkiewicz. 
3. Colecciüne de cantece pe’ntru scoalele poporale, Liedersammlung für Volks 
schulen von Isidor Worobkiewicz. (Erschienen bei Rud. Eckhardt im 
Jahre 1869). . 
4. Istoriea natural (Naturgeschichte) von Alois Pokorny. Die. anc e ieses 
Werkes sind vom Schulrath Bozdech ins Rumänische übersetzt worden, 
und dasselbe wird gegenwärtig an der k. k. Lehrer-Bildungsanstalt zum 
Unterrichte der Zöglinge rumänischer Muttersprache verwendet.
	        
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