Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

1.  Allgemeine  Grundsätze.

575

rien  etc.  selbstverständlich  nach  dem  vorhandenen  Bedürfnisse,  doch  sollten
folgende  Grundsätze  entsprechende  Würdigung  finden.
Die  Anzahl  der  Lehrzimmer  hat  an  der  Volksschule  nach  §.  11
des  Reichsgesetzes  vom  14.  Mai  1869  der  Anzahl  der  Lehrkräfte  zu  entsprechen. ­
  Sie  müssen  hei  einer  Minimalhöhe  von  3-8  Meter  einen  Mächenraum
von  0-6  QM.  bis  0-8  QM.  auf  das  Kind,  nebstbei  aber  ausreichenden  Platz
für  die  TJnterrichtsbehelfe  und  Zugänge  zu  den  Bänken  darbieten.  Jedes  Schulhaus ­
  soll  einen  entsprechenden  Turnsaal  von  4-4  Meter  Höhe  mit  passenden
Nebenräumen,  ferner  ein  Lehrmittelzimmer  besitzen;  für  mehrclassige  Schulhäuser ­
  ist  auch  ein  Zeichensaal  und  je  nach  Umständen  ein  Directions-  oder
Conferenzzimmer  nothwendig. 1 )
Die  Wohnung  für  den  Lehrer  ist  von  den  Lehrzimmern  möglichst  abgeschieden ­
  oder  doch  so  anzulegen,  dass  die  Kinder  dieselbe  nicht  betreten  müssen, ­
  um  in  ihr  Schulzimmer  zu  gelangen.
In  grösseren  Schulhäusern,  z.  B.  Bürgerschulen,  Gymnasien  etc.  muss
selbstverständlich  auch  für  eine  entsprechende  Dienerwohnung  Sorge  getragen

Zu  der  Hauptanlage  eines  Schulhauses  gehören  noch  die  Commumcationen
  und  Aborte,  von  denen  jedoch  erst  später  an  passender  Stelle  die  Rede

sein  wird.

Zunächst  handelt  es  sich  um  die  zweckmässige  Anlage  und  Einrichtung ­
  des  Schulzimmers,  und  bildet  dieser  Abschnitt  naturgemass  den  Kernpunct
  aller  einschlägigen  Erörterungen  und  schulhygienischen  Bestrebungen.
Im  Schulzimmer  concentrirt  sich  ja  das  gesammte  Schulleben;  an’s  Schulzimmer ­
  ist  der  Schüler  durch  viele  Tagesstunden  gefesselt,  und  empfängt  das
weiche  bildsame  Gemiith  des  Kindes  daselbst  die  ersten  tiefen  ott  ents
denden  —  Eindrücke.  Hier  also  gilt  es,  die  grösste  Sorgfalt  zu  entwickeln  und
nicht  nur  die  drei  Lebensfactoren:  Licht,  Luft  und  Temperatur  d.  h.  das
Klima  des  Schulzimmers  genau  zu  studiren,  sondern  auch  die  bauliche  wie
nicht  minder  die  Zimmereinrichtung  auf  das  eingehendste  zu  untersuchen.
In  erster  Linie  steht  die  Grösse  und  geometrische  Grundform  des  Schulzimmers. ­
  Obwohl  sich  die  Schul-Gesetzgebungen  beinahe  aller  cultmrten
Länder  mit  dieser  Frage  eingehend  beschäftiget  haben,  so  weisen  die  diessbezüglichen
  Normen  so  grosse  Differenzen  auf, 3 )  dass  hiedurch  allein  schon
der  Beweis  hergestellt  ist,  die  Grösse  und  Gestalt  eines  Schulzimmers  lasse
1)  Die  ausgestellten  Pläne  veranlassen  uns  zu  der  Bemerkung,  dass  namentlich  bei  Land-Zimmer,

  Cabinet  und  Küche;  die
und  Küche.

3)  Auf
6d‘  (0-399  □
Lehrerpult,  Tafel,  Kasten  u.  s.  w.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.