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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

1. Allgemeine Grundsätze. 
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Yon künstlichen Ventilations-Vorrichtungen ist das Propulsions-System 
van Heke’s durch Pettenkofer in München als das beste für Schulen erkannt 
und angewendet worden; 1 ) bemerkenswcrth ist, dass die vielen im Ausstellungs- 
Palaste vorliegenden meist sehr guten Schulpläne — eine einzige Ausnahme 
abgerechnet — nichts in dieser Richtung Bemerkenswerthes bieten. 
Im Winter werden übrigens auch unsere Heizapparate, insbesondere die 
von innen heizbaren Kachelöfen nicht zu unterschätzende Dienste bezüglich der 
Ventilation verrichten. Grossen Ruf geniesst in dieser Richtung die Meiss- 
ner’sche Luftheizung, die in mehreren Wiener Schulen durchgeführt wurde, 
z. B. im akademischen Gymnasium, dessen Zeichnung diesen Blättern beige 
geben ist. Auch bei der neuerbauten Salzburger Real- und \ olksschule, deren 
Pläne sich in der Exposition befinden, ist dieses System mit Modificationen 
eingeführt worden. Im Allgemeinen macht man diesen Heizungen den A orwurf, 
dass die Luft ausserordentlich ausgetrocknet wird, die Lehrzimmer ungleich 
temperirt sind, u. s. w. 
Als unübertrefflich werden die Warmwasser-Heizungen geschildert. 
In Oesterreich sind sie bislang noch nirgends für Schulen verwendet worden; 
in Deutschland bestehen dieselben an dem Muster-Gymnasium zu \\ ernigerode 
und am Wilhelm’s - Gymnasium zu Berlin. 
Eiserne Oefen, die in vielen Schulen Oesterreichs Eingang gefunden 
haben, eignen sich nach den übereinstimmenden Ansichten der Aerzte und 
Chemiker nicht für Schulen. Das Rothglühen des Eisens ist nicht hintanzu 
halten, besonders bei Kohlenheizungen; und ist festgestellt, dass rothglühendes 
Eisen für das so gefährliche Kohlenoxyd durchlässig ist, welches Kopfweh, 
Schwindel, Zittern, Ohnmächten und ähnliche Zustände verursacht.-) 
Nach dem Gesagten und den bisher gemachten Erfahrungen sind die von 
innen heizbaren Thonöfen, allenfalls mit eisernem Kessel oder Einsatzkasten, 
als die besten anzusehen und hat der Lehrer hiebei die Regelung der Tempe 
ratur in der Hand. Als das richtige Mass werden 14° R. angesehen und em 
pfiehlt es sich, nach dem Beispiele der Wiener Schulen in jedem Schulzimmer 
ein Thermometer anzubringen. Was die Stellung des Ofens betrifft, so ver 
meide man die Nähe der Thüre; am besten wäre die Mitte der rechtsseitigen 
Langwand (Mittelmauer) oder die entsprechende Mauerecke. Noch ist zu be 
merken, dass jeder Ofen mit einem l - 5 M. hohen Mantel zu umgeben ist, um 
die strahlende Wärme von den Kindern abzuhalten. 
f) Beim Pulsions- oder Propulsionssysteme wird die frische und an einem Ofen erwärmte 
Luft mittelst Ventilatoren durch ein entsprechendes Röhrensystem den betreffenden Räumen gewalt 
sam zugefilhrt, respective durch den mechanischen Stoss des Ventilators eingetrieben. Doch erfordert 
diese Einrichtung bedeutende Kosten und ist bei Schulen nicht nachgeahmt worden. 
ln neuester Zeit wird in Wien das bewährte, doch complicirte Ventilations-System Dr. Böhm’s 
als das beste angesehen. 
2) Zwez: „Das Schulhaus und dessen Einrichtung.” Weimar 1870. 
57°
	        
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