1. Allgemeine Grundsätze.
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Yon künstlichen Ventilations-Vorrichtungen ist das Propulsions-System
van Heke’s durch Pettenkofer in München als das beste für Schulen erkannt
und angewendet worden; 1 ) bemerkenswcrth ist, dass die vielen im Ausstellungs-
Palaste vorliegenden meist sehr guten Schulpläne — eine einzige Ausnahme
abgerechnet — nichts in dieser Richtung Bemerkenswerthes bieten.
Im Winter werden übrigens auch unsere Heizapparate, insbesondere die
von innen heizbaren Kachelöfen nicht zu unterschätzende Dienste bezüglich der
Ventilation verrichten. Grossen Ruf geniesst in dieser Richtung die Meiss-
ner’sche Luftheizung, die in mehreren Wiener Schulen durchgeführt wurde,
z. B. im akademischen Gymnasium, dessen Zeichnung diesen Blättern beige
geben ist. Auch bei der neuerbauten Salzburger Real- und \ olksschule, deren
Pläne sich in der Exposition befinden, ist dieses System mit Modificationen
eingeführt worden. Im Allgemeinen macht man diesen Heizungen den A orwurf,
dass die Luft ausserordentlich ausgetrocknet wird, die Lehrzimmer ungleich
temperirt sind, u. s. w.
Als unübertrefflich werden die Warmwasser-Heizungen geschildert.
In Oesterreich sind sie bislang noch nirgends für Schulen verwendet worden;
in Deutschland bestehen dieselben an dem Muster-Gymnasium zu \\ ernigerode
und am Wilhelm’s - Gymnasium zu Berlin.
Eiserne Oefen, die in vielen Schulen Oesterreichs Eingang gefunden
haben, eignen sich nach den übereinstimmenden Ansichten der Aerzte und
Chemiker nicht für Schulen. Das Rothglühen des Eisens ist nicht hintanzu
halten, besonders bei Kohlenheizungen; und ist festgestellt, dass rothglühendes
Eisen für das so gefährliche Kohlenoxyd durchlässig ist, welches Kopfweh,
Schwindel, Zittern, Ohnmächten und ähnliche Zustände verursacht.-)
Nach dem Gesagten und den bisher gemachten Erfahrungen sind die von
innen heizbaren Thonöfen, allenfalls mit eisernem Kessel oder Einsatzkasten,
als die besten anzusehen und hat der Lehrer hiebei die Regelung der Tempe
ratur in der Hand. Als das richtige Mass werden 14° R. angesehen und em
pfiehlt es sich, nach dem Beispiele der Wiener Schulen in jedem Schulzimmer
ein Thermometer anzubringen. Was die Stellung des Ofens betrifft, so ver
meide man die Nähe der Thüre; am besten wäre die Mitte der rechtsseitigen
Langwand (Mittelmauer) oder die entsprechende Mauerecke. Noch ist zu be
merken, dass jeder Ofen mit einem l - 5 M. hohen Mantel zu umgeben ist, um
die strahlende Wärme von den Kindern abzuhalten.
f) Beim Pulsions- oder Propulsionssysteme wird die frische und an einem Ofen erwärmte
Luft mittelst Ventilatoren durch ein entsprechendes Röhrensystem den betreffenden Räumen gewalt
sam zugefilhrt, respective durch den mechanischen Stoss des Ventilators eingetrieben. Doch erfordert
diese Einrichtung bedeutende Kosten und ist bei Schulen nicht nachgeahmt worden.
ln neuester Zeit wird in Wien das bewährte, doch complicirte Ventilations-System Dr. Böhm’s
als das beste angesehen.
2) Zwez: „Das Schulhaus und dessen Einrichtung.” Weimar 1870.
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