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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Anhang: I. Schulbauten und Schulhygiene. 
durchgehender, nach Art der Kunze’schen geschweiften Lehne und Distanz; 
gewöhnliche Zeichentische für Tier Schüler mit Originalien-Stellrahmen und 
kleinen Sesseln, hierorts „Stockerln” genannt; Bücher- und Haturalienschränke, 
letztere mit schiefen, das Besehen erleichternden Glaswänden. Ferner noch 
Arbeits- und Lesetische, wie auch einen Tisch für die Formenschule, L6 Meter 
lang, 1 Meter breit und OB Meter hoch mit Arbeits-Stellagen in der Mitte des 
Tischblattes. 
Die Pläne der Communal-Ober-Bealschule im vierten Bezirke 
(Wieden) vom Architekten Fellner entworfen, sind diesen Besprechungen bei 
gegeben worden und entheben uns sonach einer ausführlichen Beschreibung 
dieses Schulhauses, das seinerzeit bahnbrechend rücksichtlich zweckmässiger 
Schulbauten war und auch jetzt noch seinen alten Bang behauptet. 
Die einzelnen Schulräumlichkeiten sind um das prächtige und tageshelle 
Treppenhaus situirt und entsprechen vollkommen den ziemlich hochgestellten 
Anforderungen. 
Das städtische Beal-Obergymnasium im sechsten Bezirke 
(Mariahilf). Aus dem ehemaligen fürstlich Esterhazy’schen Palaste wurde durch 
sorgfältige Adaptirungen eine möglichst zweckmässige Schulanlage gemacht, 
und hat das Gebäude nicht nur imposante Bäumlichkeiten, sondern auch den 
grossen Vorzug, dass es mitten in einem grossen Garten steht, was unseres 
Wissens bei keiner andern Schule Wien’s der Fall ist. 
Die Staats - Anstalten Wien’s sind auf der Ausstellung in würdigster 
Weise vertreten. 
Wir nennen zuerst die von Stattler entworfenen Pläne zur neuen 
Schottenfelder Ober-Bealsehule. Der Baugrund besitzt eine grosse 
Tiefe, nahezu 70 Meter, während die Gassenfront bloss 40 Meter beträgt. 
Demgemäss wird die Anlage eines grossen Hofes mit Garten und vier anderer 
kleiner Lichthöfe erklärlich. Ebenerdig führt eine geräumige Vorhalle zum 
eigentlichen Vestibüle und zur Stiege, doch befinden sich daselbst noch drei 
Lehrzimmer, der Modellirsaal, ein Turnsaal mit Garderoben, wie auch die aus 
gedehnten Chemie-Localitäten. Im ersten Stockwerke sind die physikalischen 
und naturhistorischen Sammlungen, vier Lehrzimmer, zwei Zeichensäle für geo 
metrisches Zeichnen, Garderoben, Conferenzzimmer und die Directions-Kanzlei 
untergebracht. Das zweite Geschoss enthält den 16 Meter langen und 10 Meter 
breiten Festsaal, fünf Lehrzimmer, zwei Zeichensäle mit Modellzimmer für das 
Freihandzeichnen und die Directorswohnung mit eigener Stiege. 
Dass die, circa 9 Meter langen und 6 Meter breiten Lehrsäle gut beleuchtet 
und trefflich an den breiten Corridoren gelegen sind, muss gebührend hervor 
gehoben werden und nicht minder die gute Abortanlage mit Pissoirs. Die 
ausserordentlich gelungene Fagade ist im schönsten Benaissance-Stile gehalten. 
Von dem akademischen Gymnasium bringen wir Pläne und Zeich 
nungen, was uns einer eingehenden Beschreibung dieses vom Oberbaurath
	        
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