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A. Bereich der Volksschule. 3. In slavischen Sprachen. 619
Volksschule beschränkt; die katholische Färbung des Blattes, welche in den
späteren Jahrgängen entschiedener hervortritt als in den früheren, macht
sich bei der Auswahl des Dargebotenen bemerkbar, ohne jedoch die didaktische
Richtung der fachmännischen Artikel zu beeinflussen. Die Mitarbeiterschaft —
wir nennen nur einige Manien: Mikolau, Machata, Smat, Hakl, Dudek bleibt
zumeist auf die unmittelbaren Vertreter der Volksschule beschränkt; manches
wird anonym gebracht, später bemerkt man auch Reproductionen aus dem
„Casopis katolickeho duchovenstva (Zeitschrift der katholischen Geistlichkeit),
Conferenzarbeiten, ja selbst Hirtenbriefe. Als stehende Rubriken erscheinen
die Berichte über Lehrer - Conferenzen im alten Sinne des W ortes, Ver
ordnungen über Schulsachen, sowie Zuschriften über die Schulzustände dei
bedeutenderen Orte, insbesondere der Königgrätzer Diöcese. Dagegen gibt der
Literaturbericht meist kurze bibliographische Daten ohne ein kritisches Ein
gehen auf den Inhalt.
Mit dem Jahre 1871 erfuhr der „Skolnik” eine Metamorphose,
indem sich Redaction, Verlagsort, ja selbst die innere Einrichtung und
der geistige Gehalt des Blattes, allerdings bei unveränderter Haupttendenz des
selben, ändert. Das Blatt erscheint nemlich unter der Redaction von hiant.
Schönbeck und Frant. Blanda in Prag und ist in einzelnen Artikeln ein pole-
misirender Ton gegenüber der modernen Zeitströmung bemerkbar.
Einen ähnlichen Charakter, wie die am ersten Orte genannte Zeitschrift,
Skola a zivot, zeigte die theilweise unter derselben Redaction erschienene
pädagogische Wochenschrift:
Ndrodni skola (Die Volksschule). Tydennik vychovatelski'/ pro ndrodni
ucitelstvo v Cechächf na Morave, v Slezku a na Slovensku. Redaktofi. Ir. Jos.
Rezäc a Vojt. Väcl. Hurt, V Praze I. r. 1863.
Sowie die genannten pädagogischen Zeitschriften dem weitverbreiteten
Interesse für die Hebung des Volksschulwesens innex’halb der slavischen Bevöl
kerung Böhmens dienten: so stellte sich das gleiche Ziel für die slavische
Bevölkerung Mährens die von dem Hauptschullehrer A. K. Vitäk im J. 1862
begründete Zeitschrift:
Pestoun moravsky (Der mährische Erzieher). Vychovatelski) casopis Vitäk,
welche Zeitschrift zuerst in LeitomySl, aber schon im folgenden Jahre 186o
in Brünn erschien, und deren Redaction im Jahre 1865 an Fr. V. Uibanek
überging. Ungeachtet ihrer sehr gemässigten und vermittelnden Haltung hatte
dieselbe viele Anfechtungen von ultramontaner Seite zu bestehen. Die Unabhängig
keit der Schule suchte das genannte Blatt nicht bloss der Kirche, sondern auch der
Gemeinde gegenüber zu wahren, und schliesst sich diessbezüglich ostentativ der
„Allgemeinen deutschen Lehrerzeitung” in Leipzig an. (Jahrgang 1865).
Wie sehr überhaupt das didaktische Cultur-Interesse geeignet ist, jedes nationale
Sonderbestreben zu besiegen und fremdsprachige V ölkerstämme zu verbinden,
beweist die im IV. Jahrgange dieser Zeitschrift (Mro. 20 fl.) ausführlich