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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

3. Lehrmittel für den Anschauungs-Unterricht. 
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Nicht approbirte deutsche Sprach- und Bücher, welche von der 
Commune Wien zur Ausstellung eingesendet wurden, und in Wiener Schulen 
ebenfalls Verwendung finden, sind folgende: 
Gruber, Fibel. — Frühwirth und Fellner, Fibel. — Kohla, Satz 
lehre. — Schober, Sprachbuch; Aufsatzlehre; Sprachlehre. — Schwicker, 
Sprachlehre.— Hahnenkamp, Stoffsammlung.— Schubert, Musterbeispiele; 
Satz und Satzzeichen; das Wort und dessen Schreibung; schriftliche Dar 
stellung der Gedanken; Sprachbuch des kleinen deutschen Sprachschülers; 
Satzlehre; Aufgabensammlung. 
Als Lehrmittel für den Lautir-Unterricht empfiehlt sich seiner Einfachheit 
wegen der Setzkasten von V. Prausek. 
3. Lehrmittel für den Anschauungs-Unterricht. 
Auf der ersten Stufe des Unterrichts fallen Sach- und Sprachunterricht 
in eins zusammen; der Unterricht in der Elementarclasse und selbst auf den 
weiteren Stufen ist Anschauungs-Unterricht. Insoferne für denselben im 
Lehrplane besondere Stunden angesetzt sind und die Fibel nach bestimm 
ter Richtung Fingerzeige hiezu bietet, gestaltet sich der Anschauungs-Unter 
richt zur Disciplin, während derselbe in der Folge wesentlich als Princip 
auftritt. Nach beiden Richtungen hin kann die Schule gewisser Behelfe (An 
schauungsmittel) nicht entrathen: den anzuschauenden Gegenstand selbst, das 
Modell oder das Bild. Diese Hilfsmittel sind insoweit unentbehrlich, als es 
sich uni rein sinnliche Anschauungen handelt. Dass die Schule für alle Ob 
jecte der Anschauung Lehrmittel haben könne, ist nicht denkbar und dass sie 
solche in einem relativ grossen Umfange haben müsse, erscheint ebensowenig 
geboten. Ja ein zu ausgedehnter Gebrauch von Lehrmitteln, die rein sinnliche 
Anschauung bezwecken, mechanisirt geradezu. Nicht also die Masse der An 
schauungsmittel, sondern die zweckmässige Wahl derselben bestimmt ihren 
Werth. Eine Lehrmittelsammlung darf kein Raritätencabinet sein; in der Wahl 
der Anschauungs-Objecte muss der Gedanke zum Ausdruck kommen, dass der 
Schüler den einzelnen Gegenstand in seiner Zusammengehörigkeit mit ver 
wandten Dingen kennen zu lernen habe. Ein specieller Werth für die Praxis 
liegt darin, dass der Lehrer nach Thunlichkeit die Anschauungsmittel selbst 
herstellt; er handhabt sie in diesem Falle am* glücklichsten. 
In diesem Sinne können die von der Commission zur Ausstellung ange 
nommenen Anschauungsmittel des Volksschullehrers J. Grimme aus Baden 
als recht zweckentsprechend bezeichnet werden: Modelle von Haus- und Land- 
wirthschafts-Geräthen; Versinnlichungsmittel zu bestimmten Lesestücken, wie: 
das Schaf, die Baumwolle, der Lein, die Seidenraupe, die Biene. Hieher ist 
ferner zu rechnen das von der Volksschule in Hohenelbe eingesandte An 
schauungsmittel zum Lesestücke: die Tanne. —
	        
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