3. Lehrmittel für den Anschauungs-Unterricht.
45
Nicht approbirte deutsche Sprach- und Bücher, welche von der
Commune Wien zur Ausstellung eingesendet wurden, und in Wiener Schulen
ebenfalls Verwendung finden, sind folgende:
Gruber, Fibel. — Frühwirth und Fellner, Fibel. — Kohla, Satz
lehre. — Schober, Sprachbuch; Aufsatzlehre; Sprachlehre. — Schwicker,
Sprachlehre.— Hahnenkamp, Stoffsammlung.— Schubert, Musterbeispiele;
Satz und Satzzeichen; das Wort und dessen Schreibung; schriftliche Dar
stellung der Gedanken; Sprachbuch des kleinen deutschen Sprachschülers;
Satzlehre; Aufgabensammlung.
Als Lehrmittel für den Lautir-Unterricht empfiehlt sich seiner Einfachheit
wegen der Setzkasten von V. Prausek.
3. Lehrmittel für den Anschauungs-Unterricht.
Auf der ersten Stufe des Unterrichts fallen Sach- und Sprachunterricht
in eins zusammen; der Unterricht in der Elementarclasse und selbst auf den
weiteren Stufen ist Anschauungs-Unterricht. Insoferne für denselben im
Lehrplane besondere Stunden angesetzt sind und die Fibel nach bestimm
ter Richtung Fingerzeige hiezu bietet, gestaltet sich der Anschauungs-Unter
richt zur Disciplin, während derselbe in der Folge wesentlich als Princip
auftritt. Nach beiden Richtungen hin kann die Schule gewisser Behelfe (An
schauungsmittel) nicht entrathen: den anzuschauenden Gegenstand selbst, das
Modell oder das Bild. Diese Hilfsmittel sind insoweit unentbehrlich, als es
sich uni rein sinnliche Anschauungen handelt. Dass die Schule für alle Ob
jecte der Anschauung Lehrmittel haben könne, ist nicht denkbar und dass sie
solche in einem relativ grossen Umfange haben müsse, erscheint ebensowenig
geboten. Ja ein zu ausgedehnter Gebrauch von Lehrmitteln, die rein sinnliche
Anschauung bezwecken, mechanisirt geradezu. Nicht also die Masse der An
schauungsmittel, sondern die zweckmässige Wahl derselben bestimmt ihren
Werth. Eine Lehrmittelsammlung darf kein Raritätencabinet sein; in der Wahl
der Anschauungs-Objecte muss der Gedanke zum Ausdruck kommen, dass der
Schüler den einzelnen Gegenstand in seiner Zusammengehörigkeit mit ver
wandten Dingen kennen zu lernen habe. Ein specieller Werth für die Praxis
liegt darin, dass der Lehrer nach Thunlichkeit die Anschauungsmittel selbst
herstellt; er handhabt sie in diesem Falle am* glücklichsten.
In diesem Sinne können die von der Commission zur Ausstellung ange
nommenen Anschauungsmittel des Volksschullehrers J. Grimme aus Baden
als recht zweckentsprechend bezeichnet werden: Modelle von Haus- und Land-
wirthschafts-Geräthen; Versinnlichungsmittel zu bestimmten Lesestücken, wie:
das Schaf, die Baumwolle, der Lein, die Seidenraupe, die Biene. Hieher ist
ferner zu rechnen das von der Volksschule in Hohenelbe eingesandte An
schauungsmittel zum Lesestücke: die Tanne. —