Hiebei muss übrigens bemerkt werden, dass es in zahlreichen Städten
und grösseren Ortschaften Steiermark’s locale Schulpfennig-Vereine gibt,
deren Sammlungen nicht nach Graz gelangen, sondern an Ort und Stelle für
Schulbedürfnisse verwendet werden.
Einen sehr günstigen Boden hat die Idee des Schulpfennigs bei der
Bevölkerung in Kärnten gefunden. Bereits im Jahre 1871 hatte sich in der
Landeshauptstadt ein Verein für die Schulbezirke Klagenfurt (Stadt und Land)
gebildet, welcher den Mitglieder-Beitrag auf mindestens 1 kr. pr. Woche festsetzte.
Durch Beiträge und Spenden, durch das Erträgniss von zu diesem
Zwecke veranstalteten Concerten, Theater-Vorstellungen, Volksfesten, Bauernäbenden,
durch Aufstellung von Sammelbüchsen in öffentlichen Localitäten etc.
stieg die Einnahme dieses Vereines bis Ende 1872 bereits auf 4342 fi. 48 kr.,
wovon 1986 fl. 24 kr. auf das letztgenannte Jahr entfallen. Hasch entstanden
in den grösseren Ortschaften zahlreiche derartige Vereine, so dass mit Ende
1872 schon deren 32 theils mit, theils noch ohne Statuten existirten, welche
sich auf die einzelnen Schulbezirke in folgender Weise vertheilen:
Anzahl der Ergebniss 4er Sammlungen
Schulbezirk Vereine pre 1872.
Klagenfurt Stadt und Land 1 1986'24
St. Veit 10 1087'63
Yillach 5 136078
Spittal 7 705 90
Hermagor 2 11337
Völkermarkt 4 468'59
Wolfsberg 3 415'56
Zusammen 32 Vereine mit . . . 6138 07 fl. als
Gesammtergebniss der Sammlungen pro 1872.
Die Anzahl dieser Vereine ist im steten Zunehmen begriffen, und wenn
man erwägt, dass die Bestreitung der sachlichen Erfordernisse für die Schulen
ohnehin den Gemeinden zufällt und die im Ganzen arme Bevölkerung iiberdiess
noch 27°/ 0 Landesumlagen allein für Schulzwecke zahlt, so darf das oben
angeführte Ergehniss wohl als ein Zeichen schulfreundlicher Gesinnung und
Thätigkeit angesehen werden.
Da in Kärnten die Beschaffung der Lehrmittel zum grössten Theile aus
dem Ijandesfonde und durch die Landes-Schulbehörde nach einem einheitlichen
Systeme erfolgt, so werden die Mittel der Schulpfennig -Vereine hauptsächlich
zur Förderung des Schulbesuches durch Bekleidung der zahlreichen armen
Schulkinder und Betheilung derselben mit den erforderlichen Lernmitteln verwendet.
Namentlich der Schulpfennig-Verein Klagenfurt hat sich specieli die
Hauptaufgabe gestellt, die Ausführung der Schulgesetze möglichst zu unterstützen
und hat nicht bloss durch energische und nachhaltige Bequinrung der
Gaben aus aller Herren Länder (sogar aus Pera in Constantinopel), sondern durch
eine sehr gute Organisation, durch die richtige Wahl seiner Mittel, durch Emsigkeit
und Sachkenntniss sehr anerkennenswerthe Erfolge erzielt. Er hat sich
mit den Schulbehörden ins Einvernehmen gesetzt und diese haben die will-