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Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Anhang:

hat  überdiess  6  Landschulen  mit  Bibliotheken  versorgt  und  für  mehrere  andere
Lehrmittel  beigestellt.  Ausserhalb  Linz  werden  die  Interessen  des  Vereines
durch  vom  Ausschüsse  gewählte  Vertrauensmänner  wahrgenommen.
In  gleicher  Weise  hat  der  liberal-politische  Verein  in  Steyr  die  Sammlung ­
  von  Schulpfennig-Beiträgen  übernommen.  Bei,  jeder  Vereins-Versammlung
werden  freiwillige  Beiträge  gesammelt  und  in  allen  öffentlichen  Localen  sind
Sammelbüchsen  angebracht.  Vom  October  1871  bis  März  1873  belief  sich
das  Ergebniss  der  Sammlungen  auf  370  fl.
In  Böhmen  ist  es  das  Verdienst  des  Grafen  Moriz  Sweerts-Spork  in
Kukus,  der  humanitären  Idee  des  Schulpfennigs  Eingang  verschafft  zu  haben.
Seinen  Bemühungen  ist  es  gelungen,  zu  Anfang  des  Jahres  1872  den  ersten
böhmischen  Schulkreuzer  -  Verein  im  politischen  Bezirke  Königinhof  mit  dem
Sitze  in  Kukus  zu  gründen  und  ausser  diesem  noch  die  Bildung  von  mehrern
andern  anzuregen.  Der  k.  k.  Landesschulrath  für  Böhmen  hat  mit  Erlass  vom
17.  Juni  1872  Z.  6010  den  Bezirks-Schulbehörden  die  Beförderung  und  Anempfehlung ­
  dieser  Vereine  und  das  Streben  nach  einer  recht  weit  greifenden
Verbreitung  derselben  warm  an’s  Herz  gelegt.
Die  Statuten  der  böhmischen  Vereine  sind  wesentlich  den  kärntischen
nachgebildet,  nur  wurde  nebstbei  auch  ein  System  von  Schul-Kreuzermarken
zu  1,  5  und  10  Kreuzer  adoptirt.
Auch  in  Mähren  und  Schlesien  haben  die  Schulkreuzer-Vereine  schon
Wurzel  gefasst,  doch  ist  es  bisher  noch  nicht  möglich  geworden,  einen  genaueren ­
  Nachweis  über  die  Erfolge  derselben  zu  erhalten.
So  hat  denn  die  Idee  eines  schlichten  steirischen  Volksschul-Lehrers  bereits ­
  ihren  fruchtbringenden  Weg  genommen  durch  die  meisten  Länder  Oesterreichs ­
  bis  an  die  Gestade  der  Nordsee  und  ist  zu  einem  nicht  zu  unterschätzenden ­
  Vehikel  zur  Förderung  des  Volksschulwesens  geworden.
Was  die  Schulpfennig  -  Vereine  für  die  Volksschule,  das  leisten  die
Schülerladen  und  Unterstützungs  -  Vereine  für  die  Mittelschulen.
Förmliche  Vereine  zur  Unterstützung  dürftiger  Schüler  haben  sich  im
Laufe  der  Fünfziger  und  Sechziger  Jahre  an  vielen  Gymnasien  und  Realschulen
gebildet,  stets  auf  Anregung  der  Direction  oder  des  Lehrkörpers.  Diese  verfügen
über  nicht  unansehnliche  Mittel  und  wirken  in  ihren  Kreisen  ausserordentlich
wohlthätig,  indem  manches  redlich  strebende  Talent  den  Studien  erhalten  wird.
Eine  eigenthümliche  Form  erhielt  diese  Unterstützung  dürftiger  Schüler
durch  die  1868  am  k.  k.  akademischen  Gymnasium  in  Wien  begründete
Schülerlade.  Ohne  den  oft  schwerfälligen  Apparat  einer  Vereins-Organisation
aufzubieten,  wurde  durch  dieselbe  ein  Fond  geschaffen,  der  durch  den  Lehrkörper ­
  verwaltet  und  seiner  Bestimmung  zugeführt  wird.  Durch  die  werkthätige
  Theilnahme  des  Publicums  wurde  diese  Schülerlade  seither  so  reichlich
dotirt,  dass  jährlich  aus  derselben  ansehnliche  Unterstützungen  gewährt  werden
konnten,  und  sich  bereits  ein  unangreifbares  Stammcapital  von  1135  fl.  gebildet  hat.
            
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