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Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Volks-  und  Bürgerschulen:  V.  Unterricht  in  der  Geschichte.

von  demselben  Verfasser  ein  „Leitfaden  zur  Geschichte  der  ältesten
Culturvölker  Europas.”  Natürlich  stehen  Griechen  und  Römer  im  Vordergründe. ­
  Erst  im  Jahre  1870  schrieb  derselbe  Verfasser  in  gedrängter  Uebersicht
auf  61  Seiten  einen  Leitfaden  für  österreichische  Geschichte.
In  ähnlicher  sehr  gedrängter  Eorm  sind  die  diessbeziiglichen  Bücher  des
in  allen  Gebieten  fruchtbaren  Professors  Dr.  Netoliczka  abgefasst.  Es  sind
diess  der  „Leitfaden  bei  dem  ersten  Unterrichte  der  Weltgeschichte
für  Volks-  und  Mädchenschulen”  (Wien  1872),  der  auf  128  Seiten  Alterthum, ­
  Mittelalter  und  Neuzeit  im  Zusammenhänge  behandelt,  und  die  „Geschichte
der  österreichisch-ungarischen  Monarchie  für  Volks-,  Bürger-  und
Töchterschulen”,  schon  in  2.  Aufl.,  Wien  1873,  die  sich  über  68  Seiten  erstreckt.
Eine  andere  Gattung  yon  Schulbüchern  hegnügt  sich  nicht  mit  einer
trockenen  Aufzählung  der  Ilauptmomente,  sondern  sucht  durch  ausführlichere
Darstellung  die  Jugend  anzuregen.  Von  dieser  Art  ist  der  „Grundriss  der
Weltgeschichte  für  die  Oberclassen  der  Bürgerschulen  und  höheren
Töchterschulen  von  K.  Schubert  2.  Auflage  (Wien  1871),  welcher  die  Geschichte ­
  auf  248  Seiten  bis  auf  die  Gegenwart  fortführt.  —  Noch  ausführlicher
ist  das  mit  Karten  und  Illustrationen  erläuterte  „Lehrbuch  der  Weltgeschichte
für  Bürgerschulen  und  verwandte  Anstalten”  von  W.  E.  Ernst
(Wien  1873),  wovon  das  bis  jetzt  erst  erschienene  Alterthum  156  Seiten  umfasst.
Zu  den  ausführlicheren  Werken  gehört  auch  das  schon  im  Jahre  1857  erschienene ­
  Werkchen  „Berühmte  Oesterreicher  der  Vorzeit.  Biographische
Skizzen  aus  dem  Nachlasse  eines  Pädagogen  -  Veteranen”.  Hierher
zählt  auch  die  Arbeit  von  M.  Stein,  „Biographische  Bilder  aus  der  Weltgeschichte” ­
  für  den  ersten  geschichtlichen  Unterricht  an  Volks-  und  Bürgerschulen ­
  (Wien  1873),  das  mit  Beschränkung  auf  einzelne  Epochen  etwa  160  Seiten
umfasst.  Auch  die  „Geschichte  Oesterreich-Ungarns”  von  K.  Markus
(Wien  1872)  ist  hier  einzureihen,  wiewohl  ihr  Umfang,  so  wie  auch  schon  die
Bemerkung  auf  dem  Titel  „für  Schule  und  Haus”  sie  als  Handbuch  kennzeichnet.
Namentlich  ist  die  Vorgeschichte  Oesterreichs  ausführlich  behandelt.  Die  Art  der
Zusammenstellung  zeigt  manche  Unebenheiten.
Eine  dritte  Methode  stellt  das  deutsche  Lesebuch  als  concentrirenden
Mittelpunct  des  Unterrichts  hin  und  beansprucht  für  den  speciellen  Geschichts-Unterricht
  „nach  den  Quellen  bearbeitete  Lesebücher”.  Dr.  Otto  Willman 1 )
ist  der  Vertreter  dieser  mehr  geistreichen  als  für  diese  Stufe  praktischen  Richtung,
die  er  in  seiner  Broschüre  „der  elementare  Geschichts-Unterricht”  des
Näheren  ausführt.  Wie  er  selbst  in  seinem  „Lesebuch  aus  Homer”  eine
Vorschule  zur  griechischen  Geschichte  und  Mythologie  (erschienen  zu  Leipzig
1869)  zu  schaffen  suchte,  so  hat  sein  Schüler  Janotta  mit  Zugrundelegung
der  Patriarchen-Geschichte  nach  den  Erzählungen  der  Bibel  eine  Vorschule  für

1)  Professor  der  Pädagogik  an  der  Universität  Prag.
            
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