Mufikalifche Lehrmittel.
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und auszubilden, ifl die Aufgabe diefes Unterrichtes. Der Unterricht im
O rgelfpiel foll die Seminariflen befähigen, einfl das Amt eines Organiflen
würdig zu verwalten. Dazu gehört mindeflens, dafs diefelben jeden aus
gefetzten Choral nach dem Hiller’lchen oder einem ähnlichen Choralbuche,
fowie gedruckte einfache Zwifchen- und leichte Vorfpiele mit kunftgemäfsem
Vortrage vom Blatte fpielen lernen. Die Gefchicklichkeit, gute Zwifchen-
fpiele und kurze, durchaus kirchlich gehaltene Vorfpiele felbfl zu erfinden,
ifl wünfchenswerth, und wird darum ebenfalls, jedoch nur bei dazu hin
reichend begabten Zöglingen, ernftlich anzuftreben fein. Dem Unterrichte
ifl eine gute Orgelfchule zu Grunde zu legen, welche von den elementaren
Manual- und Pedalübungen ausgehend, nach inflrudliver Methode zum
Vortrage von Orgelcompofitionen verfchiedener Form führt und auch für
höhere technifche Leitungen, welche jedoch nur mit gut befähigten
Schülern erreicht werden können, einen ficheren Weg bahnt. Sobald die
elementaren Uebungen der Schüler abfolvirt find, was in der Regel nach
einem halben Jahre möglich fein wird, tritt das Choralfpiel als flehende
Uebung ein und wird mit den Uebungen der Orgelfchule bis zum Schluffe
der Seminar-Bildungszeit fortgefetzt. Aufserdem ifl ein kurzer Unterricht
über den Bau der Orgel, fowie über die bei diefem Inflrumente vorkom
menden Fehler und deren Abftellung zu ertheilen.
Der Unterricht im Gelange ifl für den künftigen Beruf in Kirche
und Schule von grpfser Bedeutung und überdiefs als eines der wichtigflen
Mittel zu behandeln, in fittlicher und äflhetifcher Beziehung veredelnd und
bildend auf das Gemüth der Seminarzöglinge einzuwirken. Der Gefang-
lehrer hat daher vor Allem die technifche Ausbildung der Stimme und des
Gehörs durch wohlgeordnete Uebungen in der Tonbildung und im Treffen
zu pflegen, demnächft aber als Hauptaufgabe anzufehen, dafs, fo lange es
noch an einem Landes-Gefangbuche fehlt, jeder Schüler von den in den
Gefangbüchern des Bezirks gangbarflen Choralmelodien in der Regel 60
bis 70 auswendig, die übrigen aber flcher von Noten fingen lerne. Endlich
find, wie gute Lieder, fo insbefondere geiflliche Figuralgefänge zu üben
und die Zöglinge nicht nur in Bekanntfchaft mit hieher gehörigen guten
Tonerzeugniffen zu fetzen, fondern auch zu paffenden Wahlen für feflliche
Gelegenheiten zu befähigen.
Der Unterricht im Generalbafs hat zunächfl ein einfaches theore-
tifches Verftändnifs derjenigen Tonflücke zu vermitteln, die der Schul
lehrer als Gefanglehrer, Cantor und Organifl einzuüben oder vorzutragen
hat, fodann foll er die dazu befähigten Schüler zu corre<fler Invention ein
facher Vor- und Zwifchenfpiele für die Orgel führen. Die Unterweifung hat
fleh nur innerhalb des reinen Satzes zu bewegen und da zu behandeln:
die Lehre von den Tonleitern und Intervallen, von den Accorden und
deren Verbindung zu mufikalifchen Sätzen, von der Modulation, von den
Cadenzen und Nebennoten. In den praktifchen Arbeiten ifl in der Regel
über den einfachen Choralfatz für vier Stimmen und die Anfertigung von
ganz einfachen Vor- und Zwifchenfpielen nicht hinauszugehen. Während
für den Gefangunterricht im Chore oder in einzelnen Seminar-Abtheilungen
wöchentlich mindeflens drei, und für Generalbafs wöchentlich eine Stunde
für jede Claffe getrennt anzufetzen find, find die übrigen Unterrichtsflunden
für die mufikalifchen Uebungen von der gröfseren oder geringeren Anzahl
der Zöglinge abhängig und darnach zu beflimmen.“
Der über die ausgeflellten Lehrmittel abgefafste fächfifche Katalog war, wie
fchon früher erwähnt wurde, muflerhaft angeordnet. Bei den mufikalifchen Werken
gibt er zunächfl den Namen des Verfaffers, dann den Titel des Werkes, Verlagsort
und Verleger. Zur Vollftändigkeit fehlt fomit nur die Angabe des Preifes.
Unter die belferen Werke — wir richten uns nach der alphabetifchen Ordnung