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Full text: Officieller Ausstellungsbericht - Musikalische Lehrmittel und das musikalische Erziehungs- und Bildungswesen (Theilbericht der Gruppe XXVI)

Mufikalifche Lehrmittel. 
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und auszubilden, ifl die Aufgabe diefes Unterrichtes. Der Unterricht im 
O rgelfpiel foll die Seminariflen befähigen, einfl das Amt eines Organiflen 
würdig zu verwalten. Dazu gehört mindeflens, dafs diefelben jeden aus 
gefetzten Choral nach dem Hiller’lchen oder einem ähnlichen Choralbuche, 
fowie gedruckte einfache Zwifchen- und leichte Vorfpiele mit kunftgemäfsem 
Vortrage vom Blatte fpielen lernen. Die Gefchicklichkeit, gute Zwifchen- 
fpiele und kurze, durchaus kirchlich gehaltene Vorfpiele felbfl zu erfinden, 
ifl wünfchenswerth, und wird darum ebenfalls, jedoch nur bei dazu hin 
reichend begabten Zöglingen, ernftlich anzuftreben fein. Dem Unterrichte 
ifl eine gute Orgelfchule zu Grunde zu legen, welche von den elementaren 
Manual- und Pedalübungen ausgehend, nach inflrudliver Methode zum 
Vortrage von Orgelcompofitionen verfchiedener Form führt und auch für 
höhere technifche Leitungen, welche jedoch nur mit gut befähigten 
Schülern erreicht werden können, einen ficheren Weg bahnt. Sobald die 
elementaren Uebungen der Schüler abfolvirt find, was in der Regel nach 
einem halben Jahre möglich fein wird, tritt das Choralfpiel als flehende 
Uebung ein und wird mit den Uebungen der Orgelfchule bis zum Schluffe 
der Seminar-Bildungszeit fortgefetzt. Aufserdem ifl ein kurzer Unterricht 
über den Bau der Orgel, fowie über die bei diefem Inflrumente vorkom 
menden Fehler und deren Abftellung zu ertheilen. 
Der Unterricht im Gelange ifl für den künftigen Beruf in Kirche 
und Schule von grpfser Bedeutung und überdiefs als eines der wichtigflen 
Mittel zu behandeln, in fittlicher und äflhetifcher Beziehung veredelnd und 
bildend auf das Gemüth der Seminarzöglinge einzuwirken. Der Gefang- 
lehrer hat daher vor Allem die technifche Ausbildung der Stimme und des 
Gehörs durch wohlgeordnete Uebungen in der Tonbildung und im Treffen 
zu pflegen, demnächft aber als Hauptaufgabe anzufehen, dafs, fo lange es 
noch an einem Landes-Gefangbuche fehlt, jeder Schüler von den in den 
Gefangbüchern des Bezirks gangbarflen Choralmelodien in der Regel 60 
bis 70 auswendig, die übrigen aber flcher von Noten fingen lerne. Endlich 
find, wie gute Lieder, fo insbefondere geiflliche Figuralgefänge zu üben 
und die Zöglinge nicht nur in Bekanntfchaft mit hieher gehörigen guten 
Tonerzeugniffen zu fetzen, fondern auch zu paffenden Wahlen für feflliche 
Gelegenheiten zu befähigen. 
Der Unterricht im Generalbafs hat zunächfl ein einfaches theore- 
tifches Verftändnifs derjenigen Tonflücke zu vermitteln, die der Schul 
lehrer als Gefanglehrer, Cantor und Organifl einzuüben oder vorzutragen 
hat, fodann foll er die dazu befähigten Schüler zu corre<fler Invention ein 
facher Vor- und Zwifchenfpiele für die Orgel führen. Die Unterweifung hat 
fleh nur innerhalb des reinen Satzes zu bewegen und da zu behandeln: 
die Lehre von den Tonleitern und Intervallen, von den Accorden und 
deren Verbindung zu mufikalifchen Sätzen, von der Modulation, von den 
Cadenzen und Nebennoten. In den praktifchen Arbeiten ifl in der Regel 
über den einfachen Choralfatz für vier Stimmen und die Anfertigung von 
ganz einfachen Vor- und Zwifchenfpielen nicht hinauszugehen. Während 
für den Gefangunterricht im Chore oder in einzelnen Seminar-Abtheilungen 
wöchentlich mindeflens drei, und für Generalbafs wöchentlich eine Stunde 
für jede Claffe getrennt anzufetzen find, find die übrigen Unterrichtsflunden 
für die mufikalifchen Uebungen von der gröfseren oder geringeren Anzahl 
der Zöglinge abhängig und darnach zu beflimmen.“ 
Der über die ausgeflellten Lehrmittel abgefafste fächfifche Katalog war, wie 
fchon früher erwähnt wurde, muflerhaft angeordnet. Bei den mufikalifchen Werken 
gibt er zunächfl den Namen des Verfaffers, dann den Titel des Werkes, Verlagsort 
und Verleger. Zur Vollftändigkeit fehlt fomit nur die Angabe des Preifes. 
Unter die belferen Werke — wir richten uns nach der alphabetifchen Ordnung
	        
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