Mufikalifche Lehrmittel.
23
B. CIavier.
Progreffive Etüden. Die Schule der Geläufigkeit oder die Paffageübungen
von Czerny. Zugleich ift der Clavierunterricht als Vorübung der auf der Orgel
vorzutragenden Stücke zu benützen.
C. Orgel.
Wiederholung des im III. Curfe der Präparandenfchule Erlernten. Genaue
Einübung der Pedalclaviatur. Präludien und Verfetten nach Rinlc’s praktifcher
Orgelfchule oder Brofig’s Orgelbuch. In katholifchen Seminarien find Ett’s Cantica
sacra einzuüben. In proteftantifchen Anftalten: Einübung aller Choräle im
baierifchen Melodienbuche für die proteltantifche Kirche. Leichte Präludien aus
Hertzog’s Präludienbuche, Theil X und 2, und aus dem Orgelbuche von Ett.
D. Violine.
Wiederholung und gefteigerte Uebung zur Beteiligung des Lehrftoffes in
den drei Vorbereitungsjahren. Hohmann’s Violinfchule, IV. Curs. Geübtere follen
fich bei figurirter Kirchenmufik und bei Orcheftervorträgen betheiligen.
E. Harmonielehre.
Die Lehre von den gebundenen Septaccorden und ihren Umwendungen.
Die Lehre von den Vorhalten und ihren Umwendungen. Orgelpunkt. Spielen
bezifferter Bälle. Beifpiele aus Hohmann’s Schule. Förlter’s Generalbafs-Beifpiele,
Heft 2 und 3.
II. Curs.
A. Gelang.
I Für katholifche Anftalten. Sicherer Vortrag der Officien für die kirchlichen
Felle, als da find: Weihnachten, Charwoche etc. Die Officien pro defundtis.
Der Figuralgefang nimmt feinen Stoff aus der Kirchenmufik. Jeder Zögling
mufs die Befähigung erlangen, deutfche und lateinifche Mellen vorzutragen.
Als Enfembleübungen follen Quartette für vier Männerftimmen ftudirt
Werden. • . , ,,, ■,
- Für proteltantifche Anftalten. Fortfetzung im Auswendiglernen von Chorälen.
Als Enfembleübungen: Kirchengefängefür den Männerchor aus dem 16. und
17. Jahrhundert von Zahn; „Volksklänge“, Lieder fürvierftimmigen Männer
chor von L. Erk; geiftliche Männerchöre, herausgegeben von Greef.
B. Clavier.
Der Clavierunterricht foll auch in diefem Curfe die Vorübung der auf der
Orgel vorzutragenden Stücke fein. Befonders Befähigte mögen Sonaten von
Beethoven oder Clementi’s Gradus ad Parnassum lludiren.
C. Orgel.
1. Für katholifche Anftalten. Spielen von Verfetten, dann fämmtlichen Kirchen
liedern und Chorälen, welche im Kirchenjahre Vorkommen. Ausweichungen
und freies Präludiren. Rink’s 3. Theil. Cadenzen in den Kirchentonarten.
2. Für proteltantifche Anftalten. Als Vorftudien zu den fchwierigen Präludien
follen J. S. Bach’s vierflammige Choräle benützt werden. Sodann follen die
gröfseren Präludien und Choralbearbeitungen aus Hertzog’s und Ett’s
Präludienbuch eingeübt werden. Freies Präludiren, Kirchen-Tonarten.