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Full text : Denkmäler altrussischer Malerei : russische Ikonen vom XII. bis XVIII. Jahrhundert

da  die  ausgesprochen  individuellen  Merkmale  um  so  mehr  verschwinden,
je  weiter  wir  in  die  Tiefe  der  Jahrhunderte  hinabsteigen,  das  Allgemeine
aber  desto  siegreicher  in  denVordergrund  tritt.
Was  die  Geschichte  der  russischen  Kunst  als  solche  betrifft,  so  können
wir  uns  hier  zum  erstenmal  von  der  künstlerischen  Bedeutung  er
Pskower  Schule,  die  sich  im  Laufe  etlicherJ  ahrhunderte  in  einer  bestimmten
Richtung  entwickelte,  mit  voller  Deutlichkeit  uberzeugen;  es  lassen  sic
die  wichtigen  Eigentümlichkeiten  der  großen  Nowgoroder  Schule  feststellen, ­
  die  charakteristischen  Züge  der  Susdaler  und  der  Alt-Moskauer
Schule  werden  einleuchtend  angedeutet,  besonders  ausdrücklich  wird
aber  die  Eigenartigkeit  der  Nord-Dwina-Schule  und  der  Schulen  von
Wolog  da  und  Jaroslawl  hervorgehoben.
Die  Bedeutung  der  rein  topographischen  Verhältnisse  für  die  künstlerischen ­
  Zwecke  tritt  in  dem  ausgestellten  Material  deutlich  und  überzeugend ­
  zutage.  Die  Vorliebe  für  gewisse  Farbentonungen  und  für
spezifische  koloristische  Zusammenstellungen  wird  nicht  durch  abstrakte
Ideale,  ja  selbst  nicht  durch  einen  bestimmten  künstlerischen  Geschmack
bedingt;  eher  läßt  sie  sich  dadurch  erklären,  daß  eben  diejenigen  Farben,
die  anden  in  Nowgorod,  Pskow  oder  Ferapontow  entstandenen  Ikonen
immer  wieder  auftreten,  auf  der  Erdoberfläche  daselbst  zu  finden  waren,
was  durch  kürzlich  vorgenommene  Untersuchungen  an  den  erwähnten
Kunststätten  des  alten  Rußland  bestätigt  wurde.  Die  rosigen,  fliederfarbenen ­
  und  lichtblauen  Töne  der  al-fresco  Malereien  von  Dionysios
in  Ferapontow  sind  an  den  Ufern  des  benachbarten  Sees  zu  finden,  die
wundervolle  grüneFarbe  aber,  die  an  den  Pskower  Ikonen  vorherrscht  ,  ist
erst  im  letzten  Sommer  an  den  Ufern  des  Flusses  V  elikaja  entdeckt  worden.
Die  älteste  Periode  der  Malerei,  die  das  XI.  und  das  XII.  Jahihundert
umfaßt,  ist  durch  Kopien  der  berühmtesten  Denkmäler  vertreten,  und

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