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MAK

Full text : Denkmäler altrussischer Malerei : russische Ikonen vom XII. bis XVIII. Jahrhundert

ZUM  GELEIT

Von  A.  Lunatscharski

Die  Kultur  der  Vergangenheit  sich  aneignen,  bedeutet  vor  allem,  sie
erhalten  und  ihre  Denkmäler  sorgfältig  bewahren;  zweitens  bedeutet  es
die  Erforschung  der  Kunstdenkmäler  und  der  ideologischen  Struktur
der  verschiedenen  Epochen  im  Zusammenhang  mit  der  gegenwärtigen
Epoche,  d.  h.  ein  geschichtswissenschaftliches  Studium;  drittens  bedeutet
es  die  ideologische,  thematische  und  vor  allem  technische  Auswertung
aller  ihrer  positiven  Züge,  die  für  die  neuen  Schöpfungen  von  Nutzen
sein  können;  schließlich  bedeutet  es  die  Ausnutzung  alles  dessen,  was  in
den  Schöpfungen  der  Vergangenheit  wirklich  schön  war  und  auch  noch
in  dem  zeitgenössischen  Bewußtsein  einen  Widerhall  finden  kann  —  als
einer  Quelle  hoher  ästhetischer  Entwicklung.
Es  möchte  scheinen,  als  ob  in  schärfstemWiderspruch  mit  dem  Proletariat
und  seiner  Aufbauarbeit,  mit  seiner  streng  materialistischen  Philosophie,
mit  seiner  praktischen,  das  Leben  bejahenden  Denkungsart  die  Religion
im  allgemeinen  stehe  und  die  orthodoxe,  mönchische,  asiatisch-asketische
Religion  der  in  Rußland  herrschenden  Kirche  im  besonderen.  Bis  heute
werden  zuweilen  noch  Stimmen  laut,  die  behaupten,  daß  es  sich  kaum
lohne,  die  Kirchen  als  Architekturdenkmäler  von  großem  künstlerischen
Wert  oder  historischer  Bedeutung  zu  erhalten.  Bis  heute  bestehen
Bedenken,  inwieweit  man  den  Kirchengesang  fördern  und  sich  mit
kirchlichen  Gegenständen,  Ikonen  usw.  liebevoll  beschäftigen  könne.

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