gangen; der Norden einerseits, der Süden andererseits,
sie setzen Bedingungen des Geschmacks und der Kunst
übung, die durch ihren Gegensatz den Eindruck der
Mannigfaltigkeit und des Reichthums erhöhen. Wenn
Russland auf früheren Ausstellungen nicht in diesem
Charakter erschienen ist, so kam das daher, dass man
damals, vor zehn und zwanzig Jahren, eben nur zu
schätzen wusste, was der Mode angehörte, und in die
ser Beziehung konnte Russland freilich nur als Nach
ahmer erscheinen.
Seitdem hat man mehr und mehr gewürdigt, was
das Land in nationaler Tradition Eigenthümliches be
wahrt, und hat dies nicht bloss mit zur Ausstellung ge
bracht, sondern man hat die Motive, die es bietet, auch
vielfach in die moderne Industrie aufgenommen und
dieser selbst dadurch einen dem Lande eigenthümlichen
Anstrich gegeben. Andererseits aber spürt man auch
den Einfluss des Modernen in solchen Arbeiten, welche
man als nationale bezeichnen muss.
Von diesem Gesichtspunkte aus lassen sich auf
der gegenwärtigen Ausstellung Russlands viererlei Ar
ten von Arbeiten der Kunstindustrie unterscheiden:
i. solche, die rein der europäischen oder, wenn man
lieber will, der französischen Mode folgen; 2. solche,
welche, obwohl für den modernen Gebrauch bestimmt,
nationale oder alterthümliche Motive in sich aufgenom
men haben; 3. nationale Arbeiten, welche bereits mo-
dernisirt sind, und endlich 4. nationale Arbeiten in all
ihrer Ursprünglichkeit und Eigenthümlichkeit.
Dieser gemischte Charakter der russischen Kunst
arbeit tritt mitunter höchst auffällig zu Tage, mitunter