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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Tischdecken  und  Möbelstoffen,  wie  auch  den  schweren
Seidenstoffen  und  Gold-  und  Silberbrocaten  in  aller
ihrer  schillernden  Pracht.  Ihre  Teppiche  zeigen  selbst
den  nunmehr  veralteten  Blumennaturalismus  noch  in
einer  Weise,  wie  auf  der  Ausstellung  wenigstens  kein
anderer  Staat  mehr.  Dagegen  finden  sich  unter  den  vorhandenen ­
  modernen  Seiden-  und  Goldbrocatstoffen  solche
(A.  und  W.  Sapoinikoff  in  Petersburg  und  Moskau),
die  zum  Theil  sehr  schön  in  einer  Farbe,  zum  Theil
aber  auch  in  Zeichnung  und  Colorit  gänzlich  roh  und
ordinär  sind;  mitten  unter  ihnen  findet  sich  eine  Anzahl ­
  Seidenstoffe  schwerster  Art  von  grosser,  ja  auffallender ­
  Schönheit  und  Originalität.  DasiVorzüglichste
von  ihnen  ist  ein  mattgoldiger  Grund  mit  leichtem  Ornament ­
  in  Roth  und  hier  und  da  mit  Thierbildern
ebenfalls  in  Roth  und  Blau  contourirt,  in  beiden,  Ornament ­
  und  Thieren,  sehr  streng  stilisirt  und  daher
vielleicht  »Caviar  für’s  Volk«,  aber  von  so  schöner
Harmonie  und  so  reizendem  Effecte,  dass  dieser  Stoff
unter  dem  Vorzüglichsten,  was  die  textile  Kunst  auf
der  Ausstellung  bietet,  mit  in  erster  Linie  steht.
Der  Archäologe  findet  bald  heraus,  woher  die
Originalität  dieser  Seidengewebe  stammt.  In  ihren  stilisirten
  Thierfiguren  von  Pfauen,  Greifen,  Löwen  u.  s.  w.
und  in  dem  verschlungenen  Ornamente  liegen  nicht  sowohl ­
  eigenthümliche  russische  und  nationale  Motive,
als  vielmehr  allgemein  mittelalterliche  Vorbilder  sarazenischer ­
  oder  asiatischer  Herkunft,  wie  wir  sie  z.  B.
noch  von  den  deutschen  Kaisergewändern  aus  der  Fabrik ­
  des  Hotel  Tiraz  in  Palermo  kennen.  Sie  sind  also
            
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