in Folge archäologisch - künstlerischer Bestrebungen in
die Industrie eingeführt und wohl zu kirchlichem Ge
brauche (doch nicht ausschliesslich) bestimmt, ihre Auf
nahme ist aber von um so grösserem Verdienst, als
sich neben ihnen andere Kirchenstoffe befinden, ganz
von Gold und Silber oder mit bunten Blumen da
zwischen, die an gemeiner Wirkung und gewöhnlich
ster Zeichnung nichts zu wünschen übrig lassen.
Es ist dies aber nicht der einzige Fall, wo der
moderne Charakter der textilen Arbeiten Russlands
durchbrochen ist, auch in der Leinwand beginnt eine
Neuerung, diesmal aber mit wirklich nationalen oder
volksmässigen Motiven. Es hat sich vielfach in der
iussischen Volkstracht wie auch in anderen, meist sla
wischen Ländern vom Norden Scandinaviens herab bis
an die Donau und in den Balkan hinein eine eigen
tümliche Stickerei auf der Leinwand erhalten, die
meist in Roth, sodann auch in Blau und Schwarz aus
geführt wird. Es sind Linienornamente, in Linien stili-
sirte Blumen, Blätter, seltener -mit Thier- und Men
schenfiguren dazwischen, die auffallend an zahlreiche
ähnliche Arbeiten der Renaissance sowie an die bei
Sibmacher und in anderen Stickmusterbüchern mit-
getheilten Muster erinnern, so dass wir fast auf einen
Zusammenhang schliessen dürfen.
Die Muster, so einfach wie sie scheinen, variiren
zu tausenden und sind fast immer von reizendem, oft
überraschend glücklichem Effect und vollkommen stil
gerecht. Das hat denn auch die Leiter der Geschmacks
reform in Russland, die dort so gut im Gange ist wie