bei uns und in England, bewogen, einen grossen Theil
derselben in einem eigenen Werke (»Ornament national
Russe«; St. Petersbourg 1871) herauszugeben und sich
um ihre Wiedereinführung in moderne Gebrauchsgegenstände
zu bemühen. Das Werk, das für unsere heutige
Stramin- und Perlstickerei, für welche es die correctesten
Muster gibt, ausserordentlich zu empfehlen
wäre, ist in der russischen Abtheilung ausgestellt, sowie
eine grössere Anzahl älterer Originalarbeiten dieser Art.
Dass auch die Bemühungen um praktische Verwerthung
nicht ohne Erfolg geblieben sind, sehen wir an dem,
was das Haus Grisenko in Petersburg an ähnlich verzierten
Tischdecken, Hemden, Handtüchern und sonstiger
Wäsche ausgestellt hat. Wir begrüssen hierin
mit Vergnügen einen weiteren Schritt zur farbigen Verzierung
der Leinwand, auf die wir später zurückkommen
werden.
Kein Zweig der russischen Kunstindustrie zeigt
aber mehr den Charakter der oben angedeuteten Vermischung
verschiedenartiger Elemente so wie des Uebergangs
und der Versuche, wie die Goldschmiedekunst.
Diese Gruppe ist sehr bedeutend und reich vertreten,
reich in der Quantität und reich in Beziehung auf den
Anblick des Einzelnen. Wir können daher wohl annehmen,
dass ihre Ausstellung den wirklichen Zustand
dieses Industriezweiges in Russland repräsentirt. Ein
oberflächlicher Ueberblick lehrt uns, dass wir eigentlich
alles beisammen haben, was die moderne Goldschmiedekunst
kennt und was das Land noch an Eigenthümlichkeiten
dazu zu bieten vermag. Ein zweiter Cha-