aber in buntfarbigem Email und Niello ausgeführt;
selbst die ganze Facade eines Hauses mit dem reich
geschmückten Giebel dient als Spiegelrahmen in Metall.
Dieses Ornament ist es auch, welches den russischen
Goldschmied- und Juwelierarbeiten ihren buntfarbigen
und eigenthümlichen Eindruck in erster Linie verleiht.
Betrachten wir es auf seinen ästhetischen Werth, so
verhält es sich zu dem feinen, geschwungenen, reichen
und lebensvollen Renaissanceornament eben wie die
Formen jener Holzgefässe zu ihresgleichen im sechs
zehnten Jahrhundert.
Dieses Ornament ist auch in jene reizenden Sil-
berniellen eingedrungen, die unter der Bezeichnung
Tula-Arbeiten weltbekannt sind, und hat hier die ur
alt asiatischen Arabesken so gut wie völlig verdrängt.
Die Ausstellung dieser Arbeiten ist in Wien reicher,
als sie in Paris war, aber leider ist das Verderben,
welches wir schon damals durch das Hereindringen
moderner Motive ahnten und voraussagten, völlig ein
getreten. Die reizende Wirkung, welche in der Ver
bindung des Silbers mit der Schwärze liegt, ist durch
die Hinzufügung eines vergoldeten Grundes gänzlich
verdorben, statt der anmuthigen orientalischen Ara
besken, welche das Silber und das Niello so glücklich
mischten, bedecken allerlei unklare Städtebilder und an
dere \ eduten oder das plumpere Holzornament die
Flächen. Selbst die Formen haben verloren und ahmen
z. B. lederne Geldtaschen nach. Es ist höchste Zeit,
dass hier die russischen Kunstfreunde warnend und ra
thend mit ihrem Einfluss einschreiten, sonst geht einer