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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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dass ein einziges Stück durch Schönheit oder Origina 
lität den Blick fesselt. 
Im musivischen, bunten Pelzwerk haben wir Gutes 
zu finden erwartet, was aber ausgestellt ist, dient wohl 
vortrefflich gegen die Kälte, auch wohl der Eleganz, 
aber nicht dem ästhetischen Bedürfniss. Eine Ausstel 
lung von Bronzearbeiten (von Chopin) zeigt sich vom 
französischen Geschmack abhängig und lässt russischen 
Ursprung nur in den Gegenständen erkennen. Die klei 
nen Scenen und Gruppen russischen Volkslebens sind 
mit grosser Lebendigkeit und Charakteristik gemacht, 
als wären sie nach Horschelt’schen Zeichnungen aus 
geführt. 
Allerdings bietet die russische Ahsstellung noch 
eine Seite von grossem Interesse, die ihren Platz am 
aussersten Ende erhalten hat. Es ist das die Darstel 
lung der asiatischen Völkerschaften in ihren Figuren 
und ihren Erzeugnissen. Da diese aber alle streng 
orientalischen Charakters sind, so wollen wir sie uns 
bis dahin aufsparen, wo wir uns mit der Kunst des 
Orients eingehend beschäftigen werden. Wir schliessen 
mit der Bemerkung, dass die russische Kunstindustrie, 
so gemischt ihr Charakter ist, so sehr sich das Schlechte 
neben das Gute stellt, doch ein grosses Interesse bietet 
und ein Zeugniss von Lebendigkeit und Rührigkeit ab 
legt; auch zeigt sie das Bestreben, von der französi 
schen Mode, vom modernen Geschmack sich zu befreien 
und einen eigenen Stil aus nationalen Elementen sich 
zu schaffen.
	        
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