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künstlerische, schönheitsgebildete Auge vermissen. Sie
sind reizlos in der Form wie in ihrer coloristischen
Erscheinung. Selbst die gemalten Blumen sind nicht
ohne Harte und die Biscuitbüsten, wie gut sie auch
sein mögen, lassen in ihrem Genre kalt und gleich
gültig. Einige Speiseservice, weiss mit blauen Orna
menten, machen guten Eindruck.
Weit bedeutender erscheint in ihrer Ausstellung
die Fabrik von RÖrstrand. Sie ist vielseitiger, neue
rungslustiger und auch glücklicher in den Resultaten.
Zwar vermögen uns die in ihrer Technik allerdings be
wunderungswürdigen Biscuitarbeiten von durchbroche
nen Körben und natürlichen Blumen, obwohl sie dies
mal mit beweglichen Ketten, einem neuen Wunder,
behängt sind, ästhetisch nicht zu entzücken, aber unter
den Gegenständen, die dem eigentlichen Gebrauch ge
widmet sind, gibt es viel Gutes und Ansprechendes,
sowohl in Porzellan wie in Faiencen, Meissner und
chinesische Imitationen, Nachbildungen der schwedi
schen Faiencen des achtzehnten Jahrhunderts , ebenso
modernes Thee- und Tischgeschirr mit zierlichen Or
namenten. Als neu erscheint uns eine Reihe reizender
schwarzer oder schwarzblauer Vasen und Gefässe mit
sehr zarten weissen oder silbernen Ornamenten.
Die wichtigste Neuerung der Fabrik von RÖr
strand sind aber ihre grünlich-dunkeln Faiencen, die
wie eine Erneuerung und Erweiterung der alten fran
zösischen Palissy-Arbeiten aussehen. Es ist merkwür
dig, was diese alten, eine Zeitlang fast verschollenen
Schüsseln mit ihren Fischen, Krebsen und Salamandern,
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