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rückreicht, auf der Pariser Ausstellung reicher und
besser vertreten waren, obwohl das Verlangen danach
nur gewachsen sein kann. Im Uebrigen stehen Tapeten
wie Möbel auf einem gewöhnlichen Standpunkt. Auch
die lackirten Sessel und Tische nach chinesischer Art
sind nur eine unbedeutende Specialität. Uns scheint
gerade auf diesem Felde der Möbel und häuslichen
Ausstattung für Schweden sehr viel zu thun, sei es
auch nur für das eigene Land.
In ganz Schweden und Norwegen ist auf dem
Lande noch allerlei Kunstarbeit und insbesondere auch
Schnitzerei in häuslicher Uebung, es kann also an
einem gewissen Geschick nicht fehlen; der lange Win
ter zwingt zu anhaltender häuslicher Beschäftigung,
die leicht auf gewisse künstlerische Ziele gelenkt wer
den könnte. Und zu hoch braucht man diese Ziele
nicht zu stecken: es soll nur das, was eben das Land
nach seinen Verhältnissen, nach Massgabe seiner Wohl
habenheit bedarf, wenn auch einfach, doch schön und
gut gemacht werden, und dazu Hesse sich die häus
liche Volksarbeit wohl hinlenken und verwerthen. Fine
wohlorganisirte, kluge, ausgebreitete Thätigkeit könnte
hier viel Gutes wirken; es müsste freilich verständig,
mit discreter Hand geschehen, um nicht das Originelle
und Gute, was die nationale Arbeit Scandinaviens
noch heute besitzt, durch modernes Bessermachen zu
zerstören.
Erwähnen wir noch einiger guten Bucheinbände
in Leder von J. W. Beck, die auf richtigem Wege sind,
während die grössere ZahJ der hergebrachten gewöhn-