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liehen Art angehört, so sind wir mit dem zu Ende,
-was die moderne Kunstindustrie Schwedens uns gesen
det hat; das Uebrige, was uns noch Interesse bietet,
gehört der nationalen häuslichen Thätigkeit, den Volks
trachten an oder befindet sich unter der Ausstellung
der Frauenarbeiten.
In der nationalen Kunstarbeit ist Norwegen
reicher noch als Schweden, zum mindesten reicher
vertreten; es ist aber auch fast alles, was uns dieses
Land an Kunstindustrie überhaupt gesendet hat. Der
originelle Bau und die Verzierung seiner aus lichtem
Tannenholz gearbeiteten Ausstellungskasten macht uns
auf die Holzarbeiten und Schnitzereien des Landes
aufmerksam, doch ist zu wenig vorhanden, um uns
von ihrer Art und Besonderheit einen rechten Begriff
zu machen. Eine Anzahl von kleinerem Holzgeräth
zum häuslichen Gebrauch mit geschnitzten Ornamen
ten, von einem bestimmten Landgut Ladegaerdsoens
herrührend, ist wohl mehr Specialität dieses Ortes und
bietet keine besondere Eigenthümlichkeit.
Das Hauptinteresse der nationalen Arbeiten von
Schweden wie von Norwegen concentrirt sich auf die
Landestrachten, die in ihrer Originalität an sehr cha
rakteristischen, lebendigen Gruppen und Figuren zur
Darstellung gebracht sind. Selbst die Figuren, die z. B.
ein Brautpaar im Moment der Verlobung darstellen,
sind echt bis auf die Köpfe und Hände, die der Natur
nachgebildet sind. Natürlich sind diese Trachten es
auch vorzugsweise, welche die weiblichen Hände der
ländlichen Bevölkerung beschäftigen, und es sind daher