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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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lohnende Blicke auf sich ziehen. Für unseren Stand 
punkt aber, wgs die künstlerische Seite der Industrie 
betrifft, finden wir so gut wie gar nichts Bemerkens- 
werthes. Da wir die Photographien, deren Ausstellung 
uns übrigens sehr beachtenswerth erscheint, die Litho 
graphien und andere Vervielfältigungskünste nicht in 
den Bereich unserer Besprechung hereinziehen, so haben 
wir von Gutem gar nichts zu erwähnen, als ein paar 
wohlgelungene Fussteppiche in orientalischem Stil von 
Bigelow in Clinton, Massachusetts. Ein paar ornamen- 
tirte Albumdecken, ein Waffenschrank mit Hirschhorn 
und allerlei kleinen Schnitzereien belegt, die Verzierun 
gen der zahlreichen Musikinstrumente, das alles ist 
ohne Bedeutung und Originalität. Eine Reihe von 
Wand- und Standuhren, die sich mit nichts weiter zu 
schmücken verstehen, als mit lithographischen Frauen 
bildern , zeigen den Kunstgeschmack noch auf einer 
sehr niederen Stufe. Ebenso sind die Lackornamenta- 
tionen der Nähmaschinen ohne alle Bedeutung. Und 
damit sind wir eigentlich schon fertig, wenn wir nicht 
etwa noch der Arbeit der Nähmaschinen selbst geden 
ken wollen, des Kleiderbesatzes und der zierlich feinen 
Benähungen höchst eleganter Damenschuhe, womit 
wir sicherlich auf ein ziemlich tiefes Gebiet der Kunst 
industrie herabsteigen. Wir sehen keine Goldschmieds 
arbeiten, keinen Schmuck, keine kostbaren Möbel, keine 
Bronzen u. s. w. 
Und doch hat Amerika eine grosse, erfindungs 
reiche und neuerungssüchtige Industrie, und das Land 
hat Reichthum genug, um sich den Luxus jeder Art
	        
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