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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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zu  gönnen;  die  Amerikanerinnen  lieben  den  Putz  und
die  Eleganz  und  thuen  es  in  Raschheit  und  Uebertreibung
  oder  Originalität  der  Moden  allen  Damen  des
Continents  zuvor.  Auch  schafft  Amerika  zum  grössten
Theil  alle  die  Dinge,  die  hier  in  Rede  stehen  und
die  wir  auch  zum  Theil  von  der  letzten  Pariser  Ausstellung ­
  kennen,  aber  eben  so  sicher,  als  sie  existiren,
entbehren  sie  auch  jedes  eigenen  künstlerischen  Verdienstes, ­
  daher  sie  sich  auch  mit  vollem  Recht  nicht
auf  die  Weltausstellung  wagen.  Die  Concurrenz  des
Geschmackes  würden  sie  eben  nicht  bestehen.  Was
Amerika  an  höheren  Luxusgegenständen  bedarf,  das
bezieht  es  zumeist  aus  Paris,  der  Hauptstätte  seines
heute  schon  nicht  mehr  geringen  künstlerischen  Bedarfs.
Soll  und  wird  das  immer  so  bleiben?  Ist  der
amerikanischen  Industrie,  die  heute  durchaus  auf  das
Praktisch-Künstliche  statt  auf  das  Künstlerische  gerichtet ­
  ist,  die  ästhetische  Seite  ein  für  alle  Mal  versagt?
Wir  glauben  das  nicht.  Bis  heute  freilich  hat  dem
Amerikaner  in  seinem  Drange  nach  Erwerb  die  Ruhe
des  Gemüthes  gefehlt,  die  bis  zu  einem  gewissen  Grade
nöthig  ist,  soll  der  Geist  sich  der  Pflege  des  Schönen
zuwenden.  Die  immer  sich  erneuernde  Staatenbildung,
die  Cultur  der  weiten  Strecken  seines  Landes  mit
allen  ihren  Erfordernissen  beschäftigen  seinen  erfindungsreichen ­
  Kopf,  seine  unruhigen,  vorwärts  strebenden ­
  Gedanken  hinlänglich,  um  sie  nicht  so  scheinbar ­
  unnützen  Dingen  zuzuwenden,  wie  sie  der  Kunst
angehören.  Allein  die  Dinge  ändern  sich:  der  angesammelte ­
  Reichthum,  die  Ausbildung  des  geselligen
            
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