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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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wir noch überall in Süd- und Mittel-Amerika auf den 
Spuren der Conquistadoren. 
Auch die getriebenen Silberarbeiten, womit das 
Reit- und Riemzeug geschmückt ist, so wie die kolos 
salen Silbersporen sind mit ihrer Verzierung nicht ohne 
Originalität. Selbst in den Mustern der Spitzen- und 
Weissstickereien, wovon eine hübsche Serie ausgestellt 
ist, stossen wir auf Anklänge alter, überlieferter Vor 
bilder aus der europäischen Heimat. Dasselbe ist es 
mit den geflochtenen Körben und den Poterien zum 
Volksgebrauch, zum Theil rothe Kühlgefässe, die an 
portugiesischen Ursprung erinnern. 
Dagegen müssen wir den Ursprung einer anderen 
originellen und überaus reizenden Industrie im Lande 
selber suchen. Wenn wir uns den Federschmuck der 
Wilden Brasiliens betrachten, der mit den Waffen und 
anderen ihrer Arbeiten in einem besonderen Kasten 
ausgestellt ist, so wissen wir, woher die Idee zu den 
originellen Zier- und Schmuckarbeiten gekommen ist, 
zu denen hier die farbenprächtigen Geschöpfe Brasiliens 
benützt sind. Denn dass diese allein als Rohmaterial 
nicht dazu führen konnten, das sehen wir an der 
schlechten ungenügenden Verwendung, die im Lande 
von den prachtvollen Hölzern gemacht wird. Das far 
benschillernde Gefieder dieser bunten Vögel, deren 
todte Leiber in Massen aufgehäuft sind, ist in äusserst 
geschickter und geschmackvoller Weise zu Fächern und 
Blumen verwendet und die goldglänzenden, grünen oder 
bläulichen oder bunten Käfer sind wieder, edelstein 
artig in Gold gefasst, zu allerlei Schmuck in Gehängen 
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