VORWORT.
Einer freundlichen Aufforderung des Chefredac-
teurs der kais. Wiener Zeitung, Herrn Regierungsrath
Uhl folgend, übernahm ich es, über die Kunstindustrie
auf unserer Weltausstellung eingehend zu berichten.
Da in zuvorkommendster Weise Ausdehnung, Form
und Inhalt ganz meinem Ermessen und meinen Wün
schen anheimgestellt wurden, so folgte ich der Auf
forderung um so lieber, als es mir dadurch möglich
wurde, an eine Arbeit zu denken, welche nicht bloss
dem Leser bei seinen Besuchen in der Ausstellung zum
Führer dienen, sondern auch über ihren Schluss him
aus einigen Werth behalten möchte. Denn eine voll
ständige Uebersicht über das heutige Thun und Treiben
auf dem in Rede stehenden Gebiete, das sich von Tag zu
Tag bedeutender und grossartiger gestaltet, konnte nicht
bloss als culturgeschichtliche Erinnerung gelten, sondern
musste auch der Kenntniss und der Sicherstellung des
heute hier so schwankenden Urtheils förderlich sein;
eine Kritik des Richtigen und des Verkehrten, des
Guten und des Schlechten, eine Prüfung der neuen
Richtungen und Wege, die wir so mannigfach einge
schlagen sehen, ein Hinweis auf unbenützte Fundstätten
und Quellen künstlerischer Motive durften sich auch
der Industrie selbst als nützlich erweisen.