XVI.
Frankreich.
Auf Eines waren wir immer gespannt bei der
französischen Ausstellung, welche Veränderungen näm
lich mit der Kunstindustrie Frankreichs seit 1867, dem
grossen Jahre von Paris, und besonders auch seit dem
letzten Kriege vor sich gegangen. Nicht als ob wir er
wartet hätten, dass die Schöpferkraft Frankreichs durch
die Unglücksfälle erlahmt sei oder durch den Weggang
so vieler deutschen Arbeiter wesentlich beeinträchtigt
wäre. Wir wussten aber, dass die französische Kunst
industrie, durch die Lehren der Pariser Ausstellung
gewitzigt, mancherlei sich angeeignet habe, was ihrer
bisherigen Natur widerstrebend schien, und wir glaub
ten mit einigem Grund annehmen zu müssen, dass der
Ernst der Zeit ein wenig in das Gewissen geschlagen
und möglicher Weise der französische Geschmack von
seiner frivolen, coquetten und spielerischen Art verloren
haben könne. Hing doch diese frivole Art aufs engste
mit dem zweiten Kaiserthum und dem Bonapartismus
unserer Tage zusammen, die' in richtigem Gefühl
der Wahlverwandtschaft nicht den trockenen, strengen
Stil des Empire, sondern die leichte Kunst der zweiten
Falke, Kunstiudustrie. 13