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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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fernt und französisirt hatten, dass man ihren Uispiung 
vergass. Heute, da der Orient eine grössere Rolle in 
der französischen Kunstindustrie zu spielen beginnt, ha 
ben sich dieseArbeiten auffallender Weise, wie wir später 
noch genauer sehen werden, ihren Mustern wieder ge 
nähert, statt dass man hätte erwarten sollen, sie würden 
sich von Jahr zu Jahr selbstständiger machen. 
Auch sonst bricht unter den Bronze- und Silber 
arbeiten, die im Uebrigen vielleicht am meisten den 
hergebrachten Charakter bewahrt haben, der Orien 
talismus noch verschiedentlich durch. So sind zur Oi- 
namentation der Gefässe, namentlich in Silber aul 
schwarzem oder roth oxydirtero Grund eine Menge 
chinesischer Zeichnungen von Ornamenten, Landschal 
ten und Figuren benützt und die schwarzen, silber 
beschlagenen indischen Gefässe von Bedree sind viel 
fach upd reizend imitirt. Auch in den Faiencen hat 
sich der Orientalismus ausgedehnt, insbesondere abei 
eine neue Stätte in den Gewerben gewonnen. Und 
merkwürdiger Weise, während es anderswo die 1 ep- 
piche sind, welche sich nach Smyrnaer, persischei odei 
indischer Art orientalisirt haben, sind es bei den Fran 
zosen vielmehr die Seidenstoffe, welche in diesei Rich 
tung Neuerungen zeigen. Im Seidenhole von Lyon 
sieht man mannigfach indische, chinesische und japa 
nische Motive und Zeichnungen, aber auffallender 
Weise nicht die wahrhaft feinen und schönen auser 
wählt, sondern diejenigen, welche am baiocksten sind 
und sich mit den bizarrsten Figuren schmücken 
gewiss ein Zeichen, dass es sich hier nicht um das
	        
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