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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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die letzten Jahre hindurch alle Kräfte durch die uner 
hört an wachsenden Forderungen des Tages vollständig 
absorbirt waren, so dass besondere Anstrengungen für 
die Ausstellung selbst, wie man sie sonst zu machen 
pflegt, vielfach ausser dem Bereich der Möglichkeit 
lagen. 
Hat Oesterreich diese Prüfung bestanden oder 
nicht? Hat es den grossen, den grössten Raum, den 
es sich selber zuwies, würdig ausgefüllt ? 
So sehr wir zweifeln, dass vor zehn oder weniger 
Jahren noch irgend eine Möglichkeit gewesen wäre, 
diese Frage mit Ja zu beantworten, so müssen wir doch 
jetzt in aufrichtiger Ueberzeugung zugeben, ohne uns 
selbst des Chauvinismus anklagen zu müssen, dass 
Oesterreich diese Prüfung bestanden hat. Damit soll 
aber durchaus nicht gesagt sein, dass Oesterreich, weil 
es den ersten, den grössten Raum anständig oder wür 
dig ausfüllt, nun auch der erste Staat der Welt in der 
Kunstindustrie wäre, noch auch, dass alles gut und 
würdig ist, was uns vor Augen steht. Unser Aus 
spruch gilt nur dem Gesammteindruck, und ist dieser 
entschieden ein günstiger, so werden wir das Urtheil 
im Einzelnen vielfach wieder zu beschränken haben, 
wie wir umgekehrt bei Deutschland ein hartes Urtheil 
über das Ganze durch die Werthschätzung vieler ein 
zelner Leistungen wieder zu mildern hatten. 
Die Kunstindustrie Oesterreichs ist eine junge. 
Dieser Umstand ist wohl zu beherzigen, wenn man sie 
richtig würdigen will. Sie ist eine aufstrebende, bei der
	        
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