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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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gute Intentionen auf richtigem Wege schon von grosser 
Bedeutung sind. 
Die österreichische Kunstindustrie ist nicht inso 
fern eine junge, als ob ihre Existenz erst von neulich 
datirte. Der Luxus hat immer eine Stätte in Wien 
und im österreichischen Adel gehabt und die Industrie 
des Landes hat ihn zu befriedigen getrachtet. Aber sie 
war künstlerisch ohne Bedeutung: sie folgte eben dem 
Modegeschmack ohne eigene Wahl, ohne Schöpferkraft 
und stand somit in der Hinterhand. Erst mit der gross 
artigen architektonischen Entwicklung von Neu-Wien 
ist dieser Mangel fühlbar geworden, und mit dem ge 
steigerten Bedürfniss hat sich der Drang nach Selbst 
ständigkeit geltend gemacht. Wie es aber nicht anders 
sein kann, so lange die Sache in der Hand der Archi 
tekten allein ■ lag, deren Thätigkeit nur gewisse be 
schränkte Kreise des Gewerbes zu erreichen und nur 
gewisse, an Zahl geringe, wenn auch im Wesen meist 
bedeutende Aufgaben zu lösen vermag, so lange war 
die Bewegung in der Industrie nur eine sehr partielle 
und noch dazu waren die eingeschlagenen Wege ganz 
verschiedene und entgegengesetzte, je nach den Stil 
weisen der Architekten. Fehlten ja doch den Archi 
tekten selbst die Vorbilder, daher denn auch alles, 
was vor etwa zehn Jahren noch als gothisch oder 
griechisch im Gewerbe entstand, mehr aus nüchterner 
Abstraction mit oft sehr falscher Anwendung der hor- 
men geschaffen w'ar, als dass es wirklich der \\ eise des 
Mittelalters oder des Griechenthums entsprochen hätte.
	        
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