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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

lieh gelitten hat. Wir sagen, es beherrscht den Ein 
druck, wie ein höherer Geist die Menge, denn die 
Masse, obwohl vielfach schon vom Verkehrten gereinigt, 
ist verhältnissmässig wenig von der neuen Richtung er 
griffen. Wie das wohl natürlich ist, der Stein, der den 
Anstoss gegeben, ist in der Hauptstadt in das Wasser 
gefallen und nach den Provinzen zu schlagen die Ring 
wellen schwächer und schwächer. Aber daran wird auch 
bereits vielfach gedacht, kleinere Kreise und Mittel 
punkte der Bewegung in den abgelegeneren Bezirken 
der Industrie zu schaffen und so auch diese an der Re 
form Theil nehmen zu lassen. 
Dieser Unterschied zwischen Provinz und Haupt 
stadt, der allerdings — dahin geht die Tendenz 
mehr und mehr verwischt werden soll, gibt sich in 
höchst auffallender Weise in der Ausstellung unserer 
Glasindustrie zu erkennen, die in ihrer Gesammtheit 
einen imponirenden Eindruck macht. Was unter dem 
Einfluss der Bewegungen und Ideen in der Hauptstadt 
steht, das beginnt mit dem grossen Transept und fernab 
in die Galerie ziehen sich die entlegeneren Fabriken 
oder diejenigen, die keine unmittelbare Berührung mit 
der Hauptstadt haben. Hier im Transept und in der 
Nähe desselben überwiegt weitaus das Vortreffliche, ja 
wir sehen Leistungen, vor denen wir bewundernd still 
stehen. Weiter und weiter aber erscheint das Gute 
vereinzelt, die veraltete böhmische Art, die bunten 
Gläser, die Porzellan-Imitationen drängen sich breiter 
vor und geschmacklose Seltsamkeiten, wie z. B. antike
	        
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