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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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auf dem Smyrnaer Teppich, so haben beide Farben die 
gleiche wohl abgewogene Stärke. Er sucht vielmehi 
die Farben in kleineren Partien so durch einander zu 
bringen, dass keine aus der Menge herausschreit und sie 
in der Entfernung in einen einzigen schimmernden, 
schillernden Ton Zusammengehen, der eben durch sei 
nen Schiller den Vorzug der Lebendigkeit und des 
Reichthums vor der einfachen braunen oder rothen 
Farbe voraus hat. Die Mischung der Farben, die unsei 
Künstler auf der Palette vornimmt, geschieht somit erst 
im Auge auf der Netzhaut. Haben wir hier nicht das 
Bild des Orientalen selbst, im Inneren Feuer und Lei 
denschaft, von Aussen Würde, Ruhe und Gelassen 
heit? So bewahren die Farben ihre Kralt, ihr Feuer, 
aber in ihrem Verein sind sie zur Ruhe, zur vollsten 
Harmonie gebunden. 
Bei solchem coloristischen Princip lässt sich erwarten, 
dass, wie die Plastik, so auch selbst die Zeichnung 
des Ornaments nur von untergeordneter Bedeutung ist. 
Das ist auch zum Theil der Fall, namentlich in der 
Kunst der türkischen Gruppe, welche unter den dreien 
am niedrigsten steht. Hier scheint es in der That oft 
nur darauf anzukommen, die Farben zu einem gewis 
sen Effect einfach unter einander zu vertheilen, und 
selbst wo es sich gar nicht um Farben handelt, wie bei 
gravirten Metallarbeiten, da ist die Zeichnung gemei 
niglich roh und bedeutungslos, ln früheren Jahrhun 
derten, und besonders auch in der maurisch-arabischen 
Kunst Spaniens, war das entschieden anders, so dass 
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