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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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vor Augen steht, ohne Mühe griechische, slavische, 
syrische, ägyptische und persische Elemente, in keinem 
Zweige aber spricht sich eine besondere Höhe der 
Kunstübung aus, ja, die Gewebe ausgenommen -und 
auch das gilt nur von bestimmten Arten — ist eine 
gewisse Rohheit der Arbeit vorheirschend. Prachtstücke 
von besonderer Schönheit, Feinheit und Vollendung, 
wie sie uns z. B. von Indien und Japan entzücken, 
gibt es nirgends in der türkischen Abtheilung. Dazu 
kommt, dass der moderne europäische Geschmack gar 
bedenklich in türkische Industrie und Sitte eindringt, 
t 
und zahllos sind bereits die Gegenstände, deren orna 
mentale Echtheit wir in Zweifel ziehen. Während uns 
der Beduine vom Libanon mit seinem schwarz und 
weiss gestreiften Burnus und seinem braun und gelb 
gestreiften Kopftuch, das unter dem Turban hervor über 
beide Schultern herabfliesst, unverändert das Bild des 
»Alten vom Berge« und seiner Assassinen aus der 
Kreuzfahrerzeit vor Augen führt, ja vielleicht die Pa- 
triarchenscheiks der abrahamitischen Zeit, kleidet sich 
die vornehme Türkin zu Constantinopel in geblümten 
französischen Seidenstoff und die Muselmännin von 
Kreta sieht aus wie eine Wiener Köchin im Sommer 
sonntagsputz. Und schon gibt es europäische Künstler, 
Fabrikanten und Handwerker im Orient, zumal in Con 
stantinopel, die es besser wissen und verstehen als die 
Orientalen selbst und die Wandornamente der Alhambra, 
spanisch - maurische Stuckdecoration vom 14. Jahrhun 
dert, auf Seiden- und Sammtstoffe und Stickereien ver 
pflanzen.
	        
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