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miniscenzen, Formen, die unläugbar an antike Herkunft
erinnern, andere, die den Einfluss und die Nachbar
schaft Persiens verrathen, andere, die wieder gemein
samen Ursprungs sind mit gewissen Kühlgefässen Spa
niens von lichtem gelben Thon mit aufgetropften Or
namenten, die wir dort schon beschrieben haben. In
teressanter aber noch sind einige vortreffliche Collec-
tionen von glasirtem Geschirr, deren ausgezeichnete
Emailfarben, Kobaltblau und Türkisblau, verschiedene,
zum 1 heil sehr schöne Tinten in Grün, in Braun, in
Gelb, ebenso die Aufmerksamkeit erregen wie die
reichen, originellen, geschwungenen, zum Theil auch
bizarren Formen und die hinzugefügten Goldornamente.
Hier haben wir es offenbar nicht mit einer Volkspro-
duction auf niederer Stufe zu thun, sondern mit der
Hinterlassenschaft einer hohen Cultur und einer aus
gebildeten Faience-Industrie. Dieser Industriezweig lässt
erkennen, dass er einst noch bessere Tage gehabt hät,
als er sie gegenwärtig kennt. Auch so sind die Gegen
stände uns interessant und lehrreich.
Weit mehr noch als die Türkei zeigt Aegypten
den Einfluss der europäischen Industrie. Das alte Land
der Pyramiden hat gar viele und verschiedene Cultur-
epochen über sich ergehen lassen und eine Race nach
der andern erblühen und wieder sinken sehen. Viel
leicht steht ihm eine neue Epoche bevor unter dem Ein
fluss der europäischen Civilisation. Die ägyptische Aus
stellung erscheint in ihrem ganzen Arrangement fast
modern elegant und die eigenthümlichen Formen, in
welche sie sich kleidet, sehen nur aus wie Prätensionen.